Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.
Richard von Weizsäcker

Ein Mönch aus Wittenberg schreibt 95 Thesen zum beklagenswerten Zustand der Kirche und verändert damit sein Land für immer. Die neue Lehre Spaltet Deutschland. Der Hass zwischen Protestanten und Katholiken mündet in den größten Religionskrieg der Geschichte.
Luthers Reformation spaltet das Land in Katholiken und Protestanten. Das Recht der Landesfürsten, die Religion ihrer Untertanen zu bestimmen, erhöht das Gewicht der Fürsten gegenüber Kaiser und Reich. In Europa gewinnen Frankreich, Schweden, Dänemark und Spanien Einfluss. Ihre Rivalität und der Streit um den rechten Glauben münden in den Dreißigjährigen Krieg. An dessen Ende steht ein europäisches Staatensystem mit mehreren gleichgestellten Staaten.

Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation ist Anfang des 16. Jahrhunderts noch immer das größte politische Gebilde Europas. Es reicht von der Ost- und Nordsee bis zum Mittelmeer und besteht aus mehreren Hundert einzelnen Territorien. Kaiser Karl V. herrscht zudem über das Königreich Spanien und dessen Kolonien.

Am Ende des Dreißigjährigen Krieges ist das Reich geschrumpft. Die Schweiz und die Niederlande haben ihre Unabhängigkeit erkämpft. Im Osten halten die Mittelalterlichen Grenzen. Noch gehören das Königreich Böhmen, das Herzogtum Schlesien oder Hinterpommern ebenso dazu wie das Herzogtum Krain im heutigen Slowenien.

Konfessionen

Ausgehend von den Lehren Luthers, an deren Verbreitung der frühe Buchdruck Anteil hatte, kam es im 16. Jahrhundert zur Reformation der Kirche, die grundlegende religiöse und politische Wandlungen im Reich zur Folge hatte. Es entstanden die drei Konfessionen. Die politischen Kräfte spalteten sich in Anhänger und Gegner der Reformation. Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 brachte für Jahrzehnte Ruhe und beförderte vielerorts die städtische Kultur. Um 1600 verschärften sich die konfessionellen Gegensätze und politischen Konflikte und mündeten in den Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648. Schauplatz dieses Krieges, von dessen grausamen Ereignissen Graphiken und Berichte, aber auch Rüstungen und Waffen aus den historischen Zeughausbeständen Zeugnis geben, war das Reich. Andere europäische Mächte griffen in die Kämpfe ein, deren religiöse Hintergründe gegenüber machtpolitischen Interessen in den Hintergrund traten. Erst der Westfälische Friede von 1648 schuf eine neue europäische Ordnung, die über ein halbes Jahrhundert Frieden garantierte.


Quelle:

1. Fiedler, Teja und Goergen, Marc: "Die Geschichte der Deutschen. Teil 3 - Das religiös und politisch gespaltene Deutschland": In: Stern, Heft 47 (2006), S.

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