Whoever closes his eyes to the past is blind to the present.
Richard von Weizsäcker

Demografie
Zu Beginn des 6. Jahrhunderts leben auf dem Gebiet des heutigen Deutschland ca. 650.000 Menschen, das waren gerade mal 2 pro Qudratkilometer.
Die Frauen sterben oft zwischen dem 25. und dem 45. Lebensjahr. Geburten sind riskant. Von den überlebenden Neugeborenen stirbt jedes zweite bevor es 5 Jahre alt wird.
Die Männer werden zwischen 50 und 60 Jahre alt.

Lebensbedingungen
Wälder bedeckten fast 80% des damaligen Siedlungsgebietes. Die Menschen lebten in vereinzelten Höfen oder kleinen Dörfern. Typische Bauweise ist das rechteckige Pfostenhaus aus Holz mit einem Giebeldach. Die Germanen bauen fast nur mit Holz. Erst ab dem 7. Jahrhundert setzt sich die Steibauweise vor allem für Kirchen, Könispfalzen und Klöster durch.
Das Volk war in die Stände Freie, Halbfreie (Knechte) und rechtlose (Kriegsgefangene, Sklaven) gegliedert. Die Gesellschaft war patriarchalisch organisiert und die Hausgemeinschaft hatte eine besondere Stellung in ihr. Die Macht des Königs reichte nur bis zum Hausherrn, aber alle im Haus lebenden unterstanden diesem, wobei die Aufsicht der Sippe einen Schutz vor Willkür bot.
Die Aristokratien beruhten auf Gefolgschaft und überdauerten politische Bündnisse und Heerkönige. Die halbnomadische Lebensweise ließ ein stabiles Königstum nicht zu.
Die Häuser der germanan waren zweigeteilt, Mensch und Tier wohnten unter einem dach. Geheizt wurde mit einem offenen Feuer in der Mitte des Wohnraumes. Daneben befand sich ein Backofen und oft auch ein Webstuhl. Die Germanen stellten alles, was sie zum Leben brauchten, selbst her. Der einzige Spezialist im Dorf war der Schmied.

Bekleidung
Die Tracht der Germanen in der vorrömischen Zeit bestand bei den Männern aus einem kittelartigen Rumpfkleid. Typisch war der Gürtel, in dem alle Dinge des täglichen Bedarfes steckten. Darüber stülpte man im Winter ein ponchoartiges Pelzkleid. Die Beine wurden durch eine lange Hose bedeckt. Die Frauen kleideten sich mit einem langem, ärmellosen und auf den Schultern durch Fibel zusammengehaltenen Gewand mit Gürtel, darüber zogen sie einen Mantelumhang und bedeckten den Kopf mit einem Tuch. Unverheiratete Frauen durften ihr Haar offen tragen und sich mit einem Metallarmreifen schmücken. Die Kleidung bestand aus gewebten Wollstoffen oder aus Leinen.

Landwirtschaft
Ackerland ist noch Gemeinschaftsgut. Angebaut werden vor allem Gerste und Roggen, Dinkel, Hirse und Hafer, Erbsen, Saubohnen, Linsen, Kohl, Mohrrüben und Sellerie. Erst im Laufe der Jahrhunderte setzt sich der Wendepflug durch, der die Erde - im Gegensatz zum einfachen Hakenpflug - nicht nur aufreißt, sondern auch wendet.
Bringen die Felder keinen Ertrag mehr, werden mittels Brandrodung neue Flächen für den Anbau erschlossen. Das Vieh - Schweine, Rinder, Schafe und Ziegen - grast im Wald.

Handel
Seit dem Altertum treiben die Germanen Handel mit dem Mittelmeerraum. Der Sklavenhandel setzt sich über die Jahrhunderte unvermindert fort, aber auch an römischen Luxusgütern wie Silber, Gläsern, Schmuck und Metallgeschirr finden die Germanen gefallen.
Die Römer importieren von den Germanen Getreide, Pelze, Bernstein, Federn, Seife und blondes Frauenhaar.
Während im Landesinneren noch der traditionelle Tauschahndel dominiert, handelt man in grenznahen Gebieten bereits nach römischem Vorbild mit Münzen.

Gerichtsbarkeit
Zu bestimmten Terminen fanden die Versammlungen der freien Männer (Volksthing) statt, bei denen wichtige Entscheidungen besprochen und getroffen wurden, so z.B. die Wahl des Königs. König und Gaufürsten hatten beim Volksthing nur das Vorschlagsrecht.

Sprache
Während der Völkerwanderung bilden sich althochdeutsche Dialekte heraus, z.B. Bayrisch, Alemannisch und Fränkisch. Die wenigen schriftlichen Aufzeichnungen sind Mönchen zu verdanken
Man beruft sich auf antike Vorbilder. Die Geistlichen werden zu Trägern von Wissenschaft, Lehre und Schrift.
Erste eigene schriftliche Überlieferungen der Germanen setzen um 200 n.Chr. mit den ältesten urnordischen Runeninschriften ein. Die Runen wurden hauptsächlich als magische Zeichen benutzt. Längere Schriften sind selten, häufig wurden Runen in Waffen (Lanzenspitzen, Schwerter) oder Fibeln geritzt.

Glaube
Für die Germanan steckte die ganze Natur voller Götter. Der oberste Gott hieß Wodan (Odin) Er war ein Sturmgeist, der auf den Wolken dahin brauste. Donar (Thor) sauste auf seinem von Ziegenböcken gezogenen Wagen durch die Luft, schleuderte Blitze vom Himmel und ließ den Donner grollen. Wodans Frau Freya belohnte die Fleißigen und bestrafte die Faulen.

Bestattung
Angehörige der Adelsschicht wurden zunehmend unverbrannt mit reichen Beigaben bestattet, während sonst die Urnenbestattung weiterhin üblich blieb.

Militär
Die Germanen sind gefürchtete Nahkämpfer, die ihren Feinden schwere Verletzungen und Verstümmelungen zufügen, z.B. mit der fränkischen Wurfaxt, dem fast einen Meter langen zweischneidigen Schwert oder der Lanze mit den Widerhaken besetzten Spitzen. Zu ihrem Schutz tragen die Germenen Schilde, Helme und Brustpanzer.


Quelle:

1. Fiedler, Teja und Goergen, Marc: "Die Geschichte der Deutschen. Teil 1 - Germanen, die ersten Deutschen?": In: Stern, Heft 45 (2006), S.

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