Whoever closes his eyes to the past is blind to the present.
Richard von Weizsäcker

Sühnekreuz
Sühnekreuz

Standort: Auf dem Walddorfer Friedhof gegenüber der Aussegnungshalle.
Größe / Material: 80:56:24 / Sandstein
Geschichte: Hier steht es seit der Erweiterung des Friedhofs im Jahr 2003. Der ursprünglicher Standort des Steinkreuzes war an der Straße nach Dettenhausen. Das Kreuz ist aus Sandstein und hat am linken Arm eine tiefe Schramme. Unterhalb des Kreuzes ist eine Bruchstelle, die bei Bauarbeiten zur Erweiterung der Aussegnungshalle verursacht wurde.
Form: Kleines, leicht geschweiftes, asymmetrisches Tatzenkreuz. Tiefenmaß verringert sich von links nach rechts.
Zeichen: Achtspeichiges Rad mit Nabe. Datierung: ca. 16.Jh. (Losch 1981)
Sage: Am früheren Standort sei eine Frau verunglückt.

Quellen und Literatur:
Losch, Bernhard - Sühne und Gedenken. Steinkreuze in Baden-Württemberg, Stuttgart 1981
versunkene-steine.de

 

Der Schwellerstein
SchwellersteinStandort: Mitten im Schönbuch, unterhalb der Fuchsklinge im Schaichtal.
Gechichte: Am 21. August 1814 ereignete sich Folgendes: Catharina Heim, die hübsche 19-jährige Tochter des Ochsenwirts, saß gerade in der Stube des Bauern H. J. Schäfern, als Carl Schweller, Unterförster im Walddorfer Schönbuch, mit einem Gewehr in der Hand hereinstürmte. Er scheuchte alle Leute aus dem Zimmer, nur Catharina blieb zurück. Dann richtete er seine Flinte auf die junge Frau und erschoss sie. Nach der grausamen Tat schoss er sich selbst eine Kugel durch den Kopf. Heute erinnert der Stein, an die fast vergessene Verzweiflungstat des unglücklichen Selbstmörders.
Was war das Motiv? Catharina Heim hatte Monate vorher ein Kind von Schweller bekommen. Die kleine Marie Catharina wurde allerdings nur neun Tage alt. Danach geriet die Beziehung in eine Krise.
Eine andere Geschichte, die man sich erzählt ist die, dass Carl Schweller Catharina einen Heiratsantrag gemacht habe. Mit Rücksicht auf ihre Eltern habe sie diesen jedoch abgelehnt, weil Carl nicht standesgemäß gewesen sei. Daraufhin habe er sie erschossen.

Quellen und Literatur:
versunkene-steine.de

 

Der "Tessinstein" - auch "Baronenstein"
TessinsteinStandort: In der Nähe des Waldteils "Gespann“ und dort in der Nähe des Steinhäulesweg auf der sogenannten Tessinhalde. Liegt abseits aller Waldwege mitten im dichten Jungwald und ist ohne Koordinaten praktisch nicht zu finden (Stand 2007: Zwei Holzpfähle mit einen aufgelegtem Stein weisen die Gehrichtung).
Zustand: Gut erhalten. Schrift zeitnah schwarz erneuert.
Inschrift:
Im Walde war liebstes Leben für mich
Mein Sterben auch – wie ich das Wild beschlich
Nun Hubertus bitt! Ruh für mich
Walter Frhr. Von Tessin-Hochdorf
† den 4. August 1924
Gechichte: Unfall oder Mord?
Vorgeschichte nach Eberhard Fuhr unter versunkene-steine.de: "Im Jahr 1924 kamen die Freiherren von Tessin von ihrem Gut in Hochdorf bei Vaihingen an der Enz nach Walddorf, wo beide auf die Jagd gehen wollten."
Die Geschehnisse am 4. August 1924 nach Hahn (1972): "Der Verunglückte war der jüngste von drei Brüdern und mit einem netten Mädchen verlobt. Auf der Jagt ritt sein älterer Bruder hinter ihm. Plötzlich löste sich ein Schuß, als sein Gewehr an einem Ast hängen blieb. Der jüngere Bruder wurde tödlich getroffen und fiel vom Pferd. Er wurde auf Zweige gebettet und auf einem Stangengerüst nach Walddorf getragen. Als das Trauerjahr vorüber war, machte der Todesschütze der Braut seines verstorbenen Bruders einen Heiratsantrag, den sie aber abgelehnt haben soll."
Eberhard Fuhr ergänzt dazu: "Seitdem wird vermutet, dass dieser Jagdunfall möglicherweise kein Zufall gewesen sein könnte."

Quellen und Literatur:
Hahn, Walter - Der Waldwanderer im Schönbuch, 1972 von Bernd Eichenauer, Stuttgart
versunkene-steine.de

 

Gedenkstein
Gedenkstein

Standort: Im '"Großholz'', zwischen '"Königsträßle'' und ''Arbeitsdienstweg'', direkt an einem kleinen Waldweg ca. 600m nördlich der Mauterswiese.
Größe / Material: 61:52:15 / Sandstein
Inschrift Vorderseite: Bernhart Vogt. Inschrift Rückseite: gest. 18. Jan. 1865.
Geschichte: Der Walddorfer Bauer Vogt hatte auf dem Tübinger Markt ein paar Ochsen verkauft. Auf dem Heimweg nach Walddorf wurde er überfallen, niedergeschlagen und seines Geldes beraubt.

 

Quellen und Literatur:
Losch, Bernhard - Sühne und Gedenken. Steinkreuze in Baden-Württemberg, Stuttgart 1981
Hahn, Walter - Der Waldwanderer im Schönbuch, 1972, S.61

 

Quelle: www.suehnekreuz.de, www.versunkene-steine.de

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