Whoever closes his eyes to the past is blind to the present.
Richard von Weizsäcker

Kaiser Ferdinand II. von Habsburg (09.07.1558 - 15.02.1637)

  • im Jesuitenkolleg in Ingolstadt erzogen (z.T. zusammen mit seinem Cousin Maximilian von Bayern)
  • überzeugter Katholik, extrem antiprotestantisch (Protestanten=Ketzer=Rebellen)
  • Jesuiten als "Gewissenswächter" und Berater
  • ab 1617 Böhmischer König
  • 1619 von den böhmischen Ständen abgesetzt, erlangt Macht nach siegreicher Schlacht am Weißen Berg 1620 wieder
  • ab 28.08. 1619 Kaiser des Reiches

politische Ziele: vollständige Rekatholisierung des Reiches, Stärkung der kaiserlichen Macht (absolutistische Bestrebungen) und Stärkung des Hauses Habsburg


Kaiser Ferdinand II. von Habsburg (13.07.1608 - 02.04.1657)

  • ab 1625: König von Ungarn
  • ab 1627: König von Böhmen
  • als Heerführer erfolgreich (Schlacht von Nördlingen 1634)

22.12.1636: Wahl zum Römischen König (nach dem Tod seines Vaters 1637 automatisch Kaiser)

Ziele: Stärkung des Hauses Habsburg und der kaiserlichen Macht im Reich; Erlangung des Friedens

galt aber als etwas entschlußschwach, an Kunst und Wissenschaft interessiert


Maximilan I. von Bayern (17.04.1573-27.09.1651)

  • streng katholisch (Marienverehrer), antiprotestantisch, dennoch zu Kompromissen bereit
  • begabter Politiker
  • ab 1598 Herzog von Bayern
  • Initiator der Gründung der katholischen Liga 1609
  • seine Besetzung der Oberpfalz und die Übertragung der pfälzischen Kurwürde auf ihn(Verfassungsbruch) werden u.a. als Gründe für die Verlängerung des Konflikts angeführt.
  • konnte durch den Dreißigjährigen Krieg seine Position entscheidend stärken:
    - innenpolitisch: Ausbau und Festigung absolutistischer Herrschaftsformen,
    - außenpolitisch: v.a. durch die Bestätigung der Kurfürstenwürde und des Besitzes der Oberpfalz im Westfälischen Frieden
  • starb 1651 in Ingolstadt

Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein (eigentlich Waldstein/Valdstejn) (24.09.1583 - 25.02.1634)

  • Sproß einer protestantischen böhmischen Adelsfamilie
  • schon in den Türkenkriegen und in Ungarn in militärischen Diensten
  • 1606: Konversion zum Katholizismus
  • wohlhabender Großgrundbesitzer in Böhmen und Mähren (besaß z.T. mehr als ¼ Böhmens) durch reiche Heirat und v.a. durch günstige Erwerbung von über 50 Gütern, die Beteiligten am Böhmischen Aufstand von Ferdinand II. als Bestrafung entzogen worden waren
  • stellte aus eigenen Mitteln Heere auf, die er dem Kaiser zur Verfügung stellte; Erhaltung der Heere durch ein Kontributionssystem nach dem Motto "Der Krieg ernährt den Krieg"
  • 1625 Herzog von Friedland
  • 1628 General des Ozeanischen und Baltischen Meeres
  • enorme Organisationsbegabung
  • verschrobener Mensch (extrem lärmempfindlich, abergläubisch)
  • umstrittene Persönlichkeit, hatte auch im eigenen Lager viele Gegner
  • verhandelte hinter dem Rücken des Kaisers mit den gegnerischen Parteien, was zu großem Argwohn ihm gegenüber führte
  • am 25.02. 1634 nach der Anweisung, ihn tot oder lebendig nach Wien zu schaffen, in Eger ermordet

Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim (29.05.1594 - 17.11.1632)

  • konvertierte zum Katholizismus
  • Reichshofrat in Prag
  • kämpfte von Beginn an im Heer der katholischen Liga, danach in bayerischen Diensten
  • ab 1623: eigenes Kürassierregiment (Reiter): die "Pappenheimer" (Ausdruck ursprünglich positiv gebraucht)
  • überhaupt sehr ungestümer Befehlshaber und Soldat, wurde wegen seiner angeblich über 100 Narben und Verletzungen auch "Schrammenhans" genannt
  • starb 1632 in der Schlacht bei Lützen

Franz von Mercy (ca. 1590 - 13.08.1645)

  • seit jeher im Dienst des bayerischen und kaiserlichen Heeres
  • sehr begabter Heerführer ("sah voraus" was der Gegner vorhatte)
  • Mitglied in der "Fruchtbringenden Gesellschaft" zur Pflege der deutschen Sprache
  • fiel in der Schlacht von Alerheim 1645 (durch einen Kopfschuß)

Johann Tserclaes Graf von Tilly (Februar 1559 - 30.04.1632)

  • Katholik, Marienverehrer
  • sein Leben lang im Kriegsdienst (vor dem Dreißigjährigen Krieg in den Türkenkriegen, in den Religionskriegen in Frankreich...)
  • angesehener Mann, selbst bei seinen Gegnern
  • Negativpunkt: wurde von der schwedischen Propaganda für die Zerstörung Magdeburgs verantwortlich gemacht
  • starb nach der Schlacht bei Ingolstadt an den Folgen einer Schußverletzung am Bein

Kardinalinfant Fernando (auch: Ferdinand von Österreich) (16.05.1609 - 09.11.1641)

  • Sohn Philipps III. von Spanien
  • 1619 Administrator von Toledo
  • Kardinal
  • ab 1634: Regent in den südlichen Niederlande
  • kämpft abwechselnd gegen Frankreich, Holland und seine Verwandten am spanischen Hof

Erzherzog Leopold Wilhelm (06.01.1614 - 20.11.1662)

Sohn des Kaisers Ferdinand II.

  • ab 1625: Bischof von Passau und Straßburg
  • ab 1629: Erzbischof von Magdeburg
  • ab 1641: Hochmeister des Deutschen Ordens
  • 1639-1642; 1645-1648: Oberbefehl über das kaiserliche Heer
  • 1645-1656: Statthalter der spanischen Niederlande

an Kunst interessiert (große Sammlung)


Maximilian von Trautmannsdorff (23.05.1584-08.06.1650)

  • trat schon in jungen Jahren zum Katholizismus über
  • großer Diplomat, an zahlreichen Friedensverhandlungen Habsburgs entscheidend beteiligt
  • v.a nach der Schlacht von Nördlingen wichtiger Ratgeber des Kaisers
  • kaiserlicher Prinzipalgesandter bei den westfälischen Friedensverhandlungen

Jost Maximilian Graf von Gronsfeld (22.11.1598-24.1662)

  • seit Ausbruch des Krieges Soldat im Heer der Liga
  • ab 1626: eigenes Regiment
  • 1623: Nachfolger Pappenheims
  • 1645: nach neunjähriger Abwesenheit vom Militärdienst, Befehlshaber des bayerischen Heeres
  • 1648 kam er wegen seines kampflosen Rückzugs bei der Schlacht bei Zusmarshausen vors Kriegsgericht

betätigte sich als Literat: seine "Erinnerungen" behandeln die Zeit von 1620-1632 und gelten als wichtige historische Quelle


Peter Melander (eigentlich Eppelmann) Graf von Holzappel (1585 - 17.05.1648)

  • Calvinist
  • Sohn eines Landsknechts
  • steile Militärkarriere im Dienste verschiedener Herrscher (u.a. Niederlande, Venedig, Frankreich)
  • 1633-1640: Kampf auf Seiten Hessen-Kassels gegen die Liga
  • 1641: Ernennung zum Reichsgraf
  • 1642: wechselt er auf die Seite der Liga, wurde 1647 Oberbefehlshaber des kaiserlichen Heeres
  • fiel 1648 in der Schlacht bei Zusmarshausen

Quelle:

1. Edith Koller: Dramatis personae. Akteure des Dreißigjährigen Krieges, in: Gudrun Gersmann / Torsten Reimer (Hg.): München im Dreißigjährigen Krieg. Ein universitäres Lehrprojekt, 1. Version vom 6.12.2000, URL: http://www.krieg.historicum-archiv.net/themen/m30jk/30jkpersonen.htm [Stand: 12.06.2012]

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