Whoever closes his eyes to the past is blind to the present.
Richard von Weizsäcker

Die Menschen demoralisiert, die Städte in Trümmern. Deutschland wird zum Streitobjekt der Siegermächte. Im Westen soll mit der alten Wirtschaftsordnung eine neue Demokratie entstehen, der Osten soll Stalins Prinzipien folgen und zum Paradies der Werktätigen werden. 40 Jahre lang wird der Kampf der Systeme auf deutschem Boden ausgetragen. Bis in einer Novembernacht 1989 das für unmöglich gehaltene geschieht.

Die Nachkriegszeit ist geprägt von Ost-West-Gegensatz und Kaltem Krieg. An der innerdeutschen Grenze treffen die feindlichen Blöcke aufeinander. Erst in den 70er Jahren leiten die Supermächte die Entspannungspolitik ein, in deren Folge sich auch das deutsch-deutsche Verhältnis entkrampft. Glasnost und Perestroika, die Reformpolitik des russischen Staatschefs Michail Gorbatschow seit Mitte der 80er Jahre führt - unbeabsichtigt - zur Auflösung des Ostblocks.

Die Bundesrepublik Deutschland ist ein föderaler Bundesstaat mit parlamentarischer Demokratie. Alle vier Jahre wählen die Bürger die Abgeordneten des Bundestages, dieser wählt den Bundeskanzler.
Die Verfassung der DDR sieht 1949 zunächst einen von der Volks- und Länderkammer gewählten Präsidenten sowie einen Ministerpräsidenten vor. Tatsächlich tonangebend ist der Vorsitzende der Staatspartei SED - er hat absolutes Weisungs- und Kontrollrecht gegenüber allen Organen und Organisationen. 1968 wird die Verfassung entsprechend geändert. Kollektives Staatsoberhaupt ist nun der von der Volkskammer gewählte Staatsrat, der Ministerrat bildet die Regierung. Die Volkskammer ist Vollzugsorgan der SED Beschlüsse.

nach 1945

Nach der Kapitulation teilten die Alliierten das durch den Krieg in weiten Teilen verwüstete Land in vier Besatzungszonen auf. Die Gebiete östlich von Oder und Neiße wurden polnischer bzw. sowjetischer Verwaltung unterstellt. Mehr als 12 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene strömten aus dem Osten in die von den Siegermächten verwalteten Zonen. Der Kampf ums tägliche Überleben band die Kräfte und drängte die Auseinandersetzung mit dem NS-Regime und seinen Verbrechen in den Hintergrund. Möglichkeiten politischer Mitgestaltung hatten die Deutschen anfangs nur in geringem Umfang. Eine gemeinsame Politik der Alliierten gegenüber Deutschland scheiterte mit dem Beginn des »Kalten Krieges«. Die Sowjetunion trieb den Umbau ihrer Zone nach sowjet-sozialistischen Leitbildern voran, während die West-Alliierten USA, Großbritannien und Frankreich ihre Besatzungsgebiete in das Staatenbündnis der westlichen Demokratien zu integrieren suchten.

Seit 1949 existierten zwei deutsche Staaten. Die Deutsche Demokratische Republik errichtete eine sozialistische Einparteienherrschaft nach sowjetischem Vorbild. Die Bundesrepublik Deutschland entstand unter dem Einfluss der Westalliierten als demokratischer, föderalistischer Staat. Die Grenze zwischen beiden Staaten bildete zunächst Stachel- draht, ab 1961 die von der DDR errichtete Mauer. Die Außenpolitik war geprägt durch den »Kalten Krieg« der Großmächte. In den 1970er Jahren begann dennoch ein von den Weltmächten getragener Entspannungsprozess. Während Westdeutschland trotz Wirtschaftskrisen und innenpolitischer Konflikte den demokratischen Grundsätzen verpflichtet blieb, beschleunigten Ende der 1980er Jahre die hohe Staatsverschuldung, die unflexible Planwirtschaft und die starren Machtstrukturen den Untergang des DDR-Regimes. Die Öffnung der Berliner Mauer besiegelte 1989 das Ende des DDR-Staates und ebnete den Weg zum Beitritt zur Bundesrepublik am 3. Oktober 1990 mit Zustimmung der Alliierten im Zwei-plus-vier-Vertrag. Berlin wurde Hauptstadt und Regierungssitz.


Quelle:

1. Fiedler, Teja und Goergen, Marc: "Die Geschichte der Deutschen. Teil 8 - Das gespaltene Deutschland ": In: Stern, Heft 52 (2006), S.

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