Whoever closes his eyes to the past is blind to the present.
Richard von Weizsäcker

Vereint werfen die Deutschen Napoleon aus dem Land, aber einen einheitlichen Staat zu schaffen, gelingt ihnen nicht. Selbst die Revolution ist nur ein kurzer Freiheitsrausch. Die Reaktion behält die Oberhand und ausgerechnet einer der konservativsten Junker, Otto Graf von Bismarck, ebnet den Weg zur Reichsgründung.

Nach Napoleons Niederlage soll der Wiener Kongress Europa neu ordnen. Zersplitterte deutsche Territorien werden zu größeren zusammengefasst, die Macht der Fürsten bleibt ungebrochen. Ab 1820 kommt es in Europa zu Unabhängigkeitsbestrebungen, in deren Sog sich auch Deutschland befindet. Eine nationale Verfassung scheitert jedoch. Preußen und Österreich liegen weiter im Clinch. Bei der Proklamation des Reiches 1871 bleiben die Habsburger Lande ausgeschlossen.

Die Monarchie bleibt, doch die Parlamente bekommen Mitspracherechte, z.B. bei der Gesetzgebung. Das Wahlrecht ist an Einkommen oder Geburtsstand gebunden.

Deutscher Bund

Unter Napoleon reichte Frankreichs Macht um 1812 bis weit nach Mitteleuropa und ermöglichte in Preußen und in den neuen Rheinbundstaaten politische und gesellschaftliche Reformen. Nach dem militärischen Sieg über den französischen Kaiser, der auf Großgemälden und mit Trophäen gefeiert und überliefert wurde, waren die politischen und territorialen Veränderungen nicht mehr rückgängig zu machen. Der Wiener Kongress 1814/15 stellte die alten Monarchien wieder her und brachte für lange Zeit eine stabile Friedensordnung. In den Staaten des Deutschen Bundes konnten große industrielle Zentren entstehen und Verkehrs- und Handelsverbindungen ausgebaut werden. Die Unterdrückung liberal-demokratischer und nationaler Bewegungen führte zu den Revolutionen von 1848/49, in deren Folge die erste deutsche Nationalversammlung in Frankfurt zusammentrat und ein Verfassungswerk erarbeitete. Die Errichtung eines demokratischen Verfassungs- und Rechtsstaates gelang in Deutschland jedoch noch nicht.


Quelle:

1. Fiedler, Teja und Goergen, Marc: "Die Geschichte der Deutschen. Teil 5 - Das neue Deutschland-Gefühl: schwarz-rot-gold": In: Stern, Heft 49 (2006), S.

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