Whoever closes his eyes to the past is blind to the present.
Richard von Weizsäcker

Die Epoche des Barock ist zeitlich etwa zwischen 1600 und 1750 einzuordnen, wobei es natürlich regionale Schwankungen gibt. Die Bezeichnung stammt aus dem Portugiesischen und ist mit „unregelmäßig geformte Perle“ zu übersetzen. Doch was bewegte die Adligen und Reichen dieser Zeit? Warum holten sie sich mit ihrer Kunst und ihrer Lebenskultur den Himmel auf die Erde?

Nicht mehr Optimismus, sondern Pessimismus prägt das Lebensgefühl, die Zeitereignisse (Dreißigjähriger Krieg) haben den mittelalterlichen Dualismus zwischen Diesseits und Jenseits wiederbelebt. Doch diesem Absturz folgte ein neuer Aufstieg: im Pietismus wie in der Frühaufklärung bildeten sich aktive Freundeskreise, die gemeinsam das Elend des Lebens bekämpften, den Armen halfen, naturwissenschaftliche Forschung betrieben und den internationalen Austausch beförderten.

Der Mensch begreift sich als fühlendes Wesen in seinen Fantasien und Leidenschaften, wenngleich das Weltbild deutlich rational Gesetzmäßigkeiten folgt. Jenes „rationale“ Element wird jedoch durch Glanz, Aufwand und Extreme zu einer phantastisch-illusionistischen, die Realität übersteigenden Ordnung erweitert. Der Mensch versucht mehr und mehr, sich von der Natur abzugrenzen, während er noch im frühen Mittelalter diese nachzuahmen pflegte. Diese Tendenz zu betont unnatürlichen und künstlichen Elementen hält in den folgenden Jahrzehnten an.

Das Wort „Barock“ lässt uns an prunkvolle Schlösser und Kirchen, festliche Musik, dralle Formen sowie üppige Schlemmereien denken.

Es wirkt fast paradox, betrachtet man die Deckenfresken einer Barockbasilika und bedenkt dabei, wie sehr die Menschen des Barock gelitten haben. In diese Zeit fallen der Dreißigjährige Krieg (1618-1648), die Türkenkriege (1683-1718) sowie der Spanische (1701-1714) und der Österreichische Erbfolgekrieg (1740-1748). Auch unter der Pest sowie unter den Hexenverfolgungen hatte die Bevölkerung zu leiden. Andreas Gryphius beschreibt die Leiden des Dreißigjährigen Krieges:

Das Sterben war in der Zeit des Barock allgegenwärtig, weshalb der Wahlspruch des Barock „Memento Mori“ lautet. Die Menschen strebten danach, ihr Leben in vollen Zügen genießen – wobei sich das nur die Adligen und Reichen leisten konnten. in steter Gegenwart des Todes entwickelte sich eine regelrechte Lebensgier, was sich neben der Kunst auch in Fressgelagen, wie sie beispielsweise in der Lebensgeschichte des Simplicissimus von Grimmelshausen (1622-1676) beschrieben werden.

Betrachtet man die Deckengewölbe einer Barockkirche, so fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, man sei im Himmel. Engel und Heilige bevölkerten die Fresken, die durch geschickte Architektur und optische Tricks aufgeblasen wirken.

Der Hof von Versailles kann wohl als ein Zentrum der barocken Lebensfreude gesehen werden. Nicht nur politische Macht ging von diesem Ort aus, auch kulturell beeinflusste der „Sonnenkönig“ das übrige Europa. Mätressen wurden gesellschaftsfähig und der Adel vergnügte sich auf Jagden, während die Masse des Volkes von der Hand in den Mund lebte.

Mangelnde Körperhygiene wurde mit dicken Schichten Puder und aufdringlichen Düften überdeckt. Man glaubte, dass durch die Poren, die vom Badewasser geweitet wurden, Krankheiten wie etwa die Syphilis in den Körper gelangen würden. Die Medizin bediente sich unter anderem des Aderlasses, wodurch die Patienten meistens nur noch mehr geschwächt wurden.

Eine Antwort auf die Verschwendungssucht absolutistischer Herrscher war das Gedankengut eines Descartes oder eines Locke. John Locke (1632-1703) forderte, dass die Staatsgewalt nicht in der Hand eines Menschen liegen sollte und läutete damit die Epoche der Aufklärung ein.


Quellen:

1. Wikipedia: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Barock aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung (de)). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. [Stand 27.03.2012]

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