Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.
Richard von Weizsäcker

Der Familienname, dessen Schreibweise bis heute zwischen Wezel und Wetzel variiert, geht auf den mittel-hochdeutschen Vornamen Wezilo zurück. Bereits vor 560 Jahren, im November 1444, wird in Altdorf bei Nürtingen der erste Wetzel urkundlich erwähnt. An jenem Tag wurde Aberlin Wetzel genannt Rathgeb, der als Stammvater der We(t)zel angesehen werden kann, vom Altdorfer Ortsherren Rudolf von Baustetten mit einem Erblehenhof belehnt.

Heilig-Kreuz-Hof

Ihren Sitz hatten die Wetzel vom Anfang des 16. Jahrhunderts bis zum Ende des 18. Jahrhunderts auf dem heute abgebrochenen Heilig-Kreuz-Hof in der Hegesstraße. 1523 wird dort der Bauer Hans Wetzel genannt. Von Altdorf, wo die Familie bereits im 16. Jahrhundert zahlreich vertreten war, breiteten sich die We(t)zels in die Nachbarorte aus: Nach Neckartailfingen und Neckartenzlingen, das Ermstal hoch nach Bempflingen, Riederich, Metzingen, Dettingen an der Erms und Grafenberg, ins Unteramt nach Walddorf, Sickenhausen und Tübingen, auf die Schwäbische Alb nach St. Johann und Gomadingen, in die Nürtinger Gegend nach Nürtingen, Grötzingen und Neuffen.

Insgesamt existieren heute sieben verschiedene Linien, wobei sich jene in Walddorf, Metzingen und Bempflingen am stärksten ausgebreitet haben. Von Johannes Wetzel, der im Dreißigjährigen Krieg Hofmeister auf dem Einsiedel bei Tübingen war, gehen je zwei Linien in Metzingen und Walddorf aus. Die Metzinger Wezels waren überwiegend Küfer und Metzger, während in Walddorf bis ins 19. Jahrhundert zahlreiche Schultheißen, Wirte und Maurer zu finden sind. Die Bempflinger Wetzels stellten über anderthalb Jahrhunderte den Schulmeistert und die Wetzels in Tübingen entwickelten sich zur wohlhabenden Honoratiorenlinie.

Quelle: Reutlinger Generalanzeiger vom 16.11.2004

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