Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.
Richard von Weizsäcker

Der Ort Huchenfeld entstand aus einem alten Straßendorf. Bis zum zweiten Weltkrieg war es fast rein evangelisch und hatte nur knapp 1.600 Einwohner. Viele der Nebenerwerbslandwirte arbeiteten in der Schmuckindustrie in Pforzheim ('Goldschmiedsbäuerle').

Das Bild des Ortes hat sich seit Ende des Krieges grundlegend gewandelt. Zunächst durch die ausgebombten Einwohner Pforzheims, dann durch die Heimatvertriebenen aus den früheren Ostgebieten wuchs Huchenfeld zum ersten Mal bis in die 50er Jahre hinein sprunghaft an. Seit dieser Zeit gibt es auch eine katholische Gemeinde, zu der wir ein herzliches Verhältnis pflegen.

Ein Industriegebiet (auf dem ehemaligen Flugplatzgelände) kam seit Mitte der fünfziger Jahre dazu und seit den Siebzigern werden immer wieder neue Wohngebiete ausgewiesen. Huchenfeld ist beliebt besonders bei Familien mit kleinen Kindern.
1975 wurde Huchenfeld nach Pforzheim eingemeindet. Seither ist Huchenfeld einer der am schnellsten wachsenden Ortsteile Pforzheims (jetzt - 2008 - etwa 4500 Einwohner). Das wird auch deutlich an den - demographisch - zunehmenden Zahlen der Kirchengemeindeglieder Huchenfelds.

Lage


Huchenfeld befindet sich geographisch auf einer Hochfläche zwischen Nagold und Würm und liegt 420 Meter über NN.

Geschichte


Zum ersten Mal wird Huchenfeld, das so viel wie „hohes Feld“ bedeutet, urkundlich im Jahr 1140 erwähnt. Um 1150 ließen die Grafen von Calw die Hochfläche zwischen Nagold und Würm roden und gründeten eine Waldhufensiedlung. Die Herren von Kräheneck (nordnordwestlich von Huchenfeld, im Wald, nun eine Gaststätte) sind als Dienstleute oder Lehnsträger der Calwer Grafen tätig.

1263 übergeben Berthold und Belreimus von Weißenstein das Dorf an sieben Ritter von der Burg Fürsteneck; Huchenfeld besteht wahrscheinlich aus mindestens elf Familienbauernhöfen, die ihre Abgaben an acht Lehnsherren leisten. Ende des 13. Jahrhunderts kommt Huchenfeld an Rudolf von Rosswag und fällt 1312 an die Markgrafen von Baden zurück. 1338 wird Huchenfeld dem Erzstift Mainz übertragen.

1426 gerät der Ritter Dietrich VII. von Gemmingen in Gefangenschaft und kauft sich mit mehreren Dörfern (auch Huchenfeld?) frei. 1449 versetzt Markgraf Jakob I. das Dorf Huchenfeld für 900 Gulden an den Ritter Dietrich VII. von Gemmingen. 1464 verleiht Markgraf Karl I. Huchenfeld als Mannlehen an Hesso von Kaltenthal. 1472 geht das Lehen Huchenfeld auf das oberschwäbische Rittergeschlecht der Edlen von Ehingen über.

Um 1584 erwirbt der badische Obervogt von Liebenzell, Martin von Remchingen, das Weißensteiner Lehen. Ab Mitte 17. Jahrhunderts bleibt das Lehen mit dem Dorf Huchenfeld bei den badischen Markgrafen. Von 1907 bis 1918 ist Großherzog Friedrich II. letzter badischer Regent.

evangelische Kirche


Kirche HuchenfeldIm Juni 1404 wird zum ersten Mal eine Kapelle in Huchenfeld erwähnt. Der untere Teil des Kirchturms geht möglicherweise auf die damalige Kapelle zurück und dient heute als Altarraum. Südlich davon baute man später die Sakristei an. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die Kapelle ausgebessert und erweitert, um 1506 wurde sie dem Heiligen Ulrich geweiht.

Nachdem die Einwohnerzahl Huchenfelds im Lauf der Jahre stieg und das Dorf - mittlerweile durch die Reformation evangelisch - im Jahr 1680 zu einer selbständigen Pfarrei mit den Außenorten Weißenstein und Büchenbronn geworden war, reichte die Kapelle nicht mehr aus. In den 30er Jahren des 18. Jahrhunderts wurde der Bau erweitert. Nach mehreren Ausbesserungsarbeiten wurde der bis dahin niedrige Turm 1933 erhöht.

Seit 1974 ist das Innere der Kirche denkmalgeschützt; v.a. das Kruzifix und der Taufstein aus dem 15. Jahrhundert und die Kanzel aus dem 19. Jahrhundert.

unsere Namen


 

Bauer, Bleichen, Böhringer, Bruckmann, Fricker, Haug, Hauser, Huthmacher, Kasper, Knobeldäsch, Konanz, Lotthammer, Mayer, Meissenbacher, Morlock, Müller, Mürrlin, Räpplin, Ruf, Steiner, Stiegele, Stoll, Trauz,  Vetter, von Au, Wiesentanger


Kirchenbücher


Verfilmung Landeskirchliches Archiv Karlsruhe:

Huchenfeld mit Filialen Dillstein (ab 1812) und Weißenstein / 188 (1611 - 1842)

  • Mischbuch [Abschrift]: Taufen 1611 - Sept. 1719 [bis 1668 unleserlich], Trauungen 1619 - 1718, Beerdigungen 1665 - Aug. 1719
  • Mischbuch [Abschrift]: Taufen Dez. 1719 - 1771, Trauungen 1719 - 1771, Beerdigungen Dez. 1719 - 1771, Konfirmanden 1781/82
  • Mischbuch: Taufen 1772 - 1819 Trauungen, 1772 - 1838 mit Register (ab 1820), Beerdigungen 1773 - 1811
  • Taufen 1820 - 1842 mit Register

Huchenfeld mit Filialen Dillstein und Weißenstein (bis 1865) / 189 (1843 - 1962)

  • Taufen 1843 - 1868 mit Register
  • Taufen 1869 - Jan. 1870 mit Register [teilw. unleserlich]
  • Taufen Febr. 1870 - 1908 mit Register
  • Taufen 1909 - Juli 1962 mit Register

Huchenfeld mit Filialen Dillstein und Weißenstein (bis 1865) / 190 (1812 - 1962)

  • Trauungen 1839 - 1869 mit Register
  • Trauungen 1870 - Juni 1962 mit Register
  • Beerdigungen 1812 - 1849 mit Register (ab 1820)
  • Beerdigungen 1850 - Jan. 1870 mit Register
  • Beerdigungen Febr. 1870 - 1955 mit Register
  • Beerdigungen 1956 - Juli 1962

Literatur


  • Erwin Möll: Von den Uranfängen bis in die Gegenwart, Pforzheim 1995.
  • Gemeinde Huchenfeld: Bilder aus unserem Dorf, Pforzheim 2000.
  • ein Ortsfamilienbuch Huchenfeld existiert nicht [Stand: 07/2014]

 

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