Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.
Richard von Weizsäcker

Blog ancestry24 - Familienforschung Schweiker & Eberle

Willkommen auf unserem Familien-Blog. Hier veröffentlichen wir mehr oder weniger regelmäßig Beiträge zu unsereren Erfahrungen aus der Familien-Forschung, z.B. Ergebnisse unserer Suchen oder auch kleine Familiengeschichten und Ereignisse im Leben unserer Vorfahren. Die meisten der Blogbeiträge sind in Deutsch, nur einige Beiträge wurden und werden auch in Englisch angeboten.

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Eigentlich weiß ich das nicht. Mir ist eigentlich kein Grund bekannt, warum das so ist, denn ich habe mir eigentlich nichts zu schulden kommen lassen. Ja eigentlich, dann ich habe mir vor einigen Jahren erlaubt, ihr meine Meinung per Brief kund zu tun.

Meine Schwester ist 12 Jahre älter als ich und sie ist nur meine halbe Schwester, denn wir haben nur einen gemeinsamen Vater.

Als Kind habe ich das aber nie empfunden, auch wenn sie nur ab und zu auf Besuch da war. Als ich klein war, muss sie sogar regelmäßig da gewesen sein. Ich kann mich aber kaum daran erinnern, denn durch den Altersunterschied war sie schon Oberschülerin und erwachsen, bevor ich überhaupt in die Schule kam. Erinnerungen habe ich an ein Weihnachten, da war unser Bruder ungefähr 2, also war das 1970. Außerdem erinnere ich mich daran, wie ich ihr einmal hinterhergelaufen bin, da war sie schon Studentin. Später haben meine Eltern ihr mal eine kleine Verlobungsfeier ausgerichtet und meine Mutter hatte eine Torte gebacken. Daran kann ich mich noch sehr genau erinnern.

Später dann, als ich älter war und die Zeit kam, an die ich mich heute sicher erinnern könnte, da hatte sie sich, bereits erwachsen, mit unserem Vater überworfen und kam nicht mehr zu uns. Für mich war das eine schwere Zeit. Ich war ungefähr 8 Jahre alt und ich habe sehr darunter gelitten, dass sie nicht mehr kam. Einmal war sie dann wohl noch da, als meine Nichte ein gutes Jahr alt war. Aber da war ich erst 10 und habe auch nicht verstanden worum es ging.

In den folgenden Jahren hatte ich nur Sehnsucht nach meiner Schwester. Wenn wir Schule gespielt haben, war ich immer sie. Es gab Hefte mit ihrem Namen drauf. Ich habe meine Eltern oft gelöchert, wann sie denn nun wieder kommt. Aber die konnten mir natürlich auch nichts sagen. Aber sie verloren auch niemals ein schlechtes Wort über sie.

Ich weiß, wie sich unser Vater gefreut hat, als sie sich dann endlich wieder meldete. Das muss so 1980 nach Ihrer Heirat gewesen sein. Ab da haben wir uns auch wieder häufiger gesehen und ich habe sie auch oft an den Wochenenden mit meinen Eltern oder dann auch alleine mit dem Zug besucht. Nach meinem Schulabschluss habe ich sogar in meinen letzten Ferien eine Woche bei ihr verbracht. In der Zeit habe ich sehr an ihr gehangen und wir haben uns auch gut verstanden. Der Kontakt war eigentlich relativ gut und auch regelmäßig bis ungefähr 1998. Das war das Jahr, als meine Eltern, sich entschieden bei unserem Bruder zu wohnen. Es hatte wohl Spannungen gegeben zwischen ihr und unserem Vater weil ein Einzug bei ihr nicht wie geplant stattfinden konnte und es dadurch für meine Eltern ziemliche Probleme gab. Aber das hatte ja eigentlich nichts mit mir zu tun. Ich hatte ja inzwischen auch mein eigenes Leben und zudem keine Differenzen mit meiner Schwester.

Trotzdem wurde der Kontakt zunehmend weniger und wir sahen uns nur noch ab und an bei unserem Bruder oder ihrer Tochter, zu der ich immer ein gutes Verhältnis hatte, zu kleinen Familientreffen. Sie kam aber immer seltener zu unserem Vater und der hat ziemlich darunter gelitten, auch wenn es das niemals offen zugegeben hätte.

2007 starb dann unser Vater. Da hatten wir uns schon ein paar Jahre nicht gesehen. Es waren in der Familie ein paar Dinge vorgefallen, die sehr unschön waren. Aber es hatte alles nach wie vor nichts mit ihr und mir zu tun. Wir hatten nach wie vor keinen Streit. Ich fühlte mich in den Jahren zwar manchmal etwas gekränkt, weil sie mich öfters mal behandelte wie ein Kind, auch wenn ich längst erwachsen war. Jedenfalls habe ich sie das letzte Mal auf der Beerdigung unseres Vaters gesehen. Da habe ich noch gedacht, wir würden wieder näher zusammen rücken.

Als das 2 Jahre später auch nicht der Fall war und sie auch keinerlei Anstalten mehr machte, sich zu melden, habe ich ihr dann diesen Brief geschrieben. Ich weiß nicht einmal genau, ob sie ihn je gelesen hat. Aber da sie mich heute per Sie anredet wüsste ich keinen anderen Grund, als dass sie sich auf den Schlips getreten gefühlt hat. Na ja, im nachhinein überlegt, war ich ja auch nicht sehr zimperlich mit meiner Meinung.

Trotzdem weiß ich nicht, warum sie mich heute so hasst. Wegen ein paar offenen Worten geht man sich unter Geschwistern vielleicht an die Gurgel, das lässt sich ausdiskutieren. Zumindest habe ich das gedacht – war wohl auch der Grund für den Brief – ins Gespräch kommen zu wollen.

Manch einer wird sich jetzt fragen, warum ich das hier so veröffentliche. Nun, ich muss einige Dinge für mich aufarbeiten und mein ganz persönliches Trauma war immer das Verhältnis zu meiner Schwester, die ich sehr geliebt habe.

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Clair Sch.
Autor: Clair Sch.Website: http://www.ancestry24.deE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Webmaster, Genealoge und Blogger
Ahnenforscherin seit 2003, blogge ich seit 2012 über meine Familie, meine Forschung und die Genealogie. Ich betreibe mehrere Webprojekte, die im Zusammenhang mit Familienforschung und Geschichte stehen.

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