Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.
Richard von Weizsäcker

Auch im 18. Jahrhundert gingen die Kriege zwischen den rivalisierenden europäischen Mächten weiter. Mit Russland und Preußen kamen jedoch neue "Mitspieler" hinzu. Das ausgehende 18. Jahrhundert brachte nicht nur Europa gewaltige Veränderungen.

Der Siebenjährige Krieg (1756-1763) war der letzte Krieg nach den alten Regeln des "Ancien Régime" an dem alle europäischen Großmächte beteiligt waren. Preußen (mit England) konnte sich gegen Österreich (mit Frankreich und Russland) behaupten und sich die österreichische Provinz Schlesien sichern. Preußen wurde so mächtig, dass es den habsburgischen Kaisern Österreichs (zugleich Deutsche Kaiser) mehr und mehr ihre Vormachtstellung in Deutschland streitig machte. Der Krieg wurde praktisch auf der ganzen Welt ausgetragen. In Mitteleuropa, Nordamerika, Indien und der Karibik tobte der Krieg und sein Ergebnis war die Ausgangssituation zur Zeit der Französischen Revolution.

Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg (1775 - 1783) der 13 englischen Kolonien gegen die britische Krone resultierte aus dem Siebenjährigen Krieg und führte zur Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika. Nachdem die britische Regierung den Kolonien höhere Steuern abverlangen wollte, ohne den Kolonisten zugleich mehr Mitbestimmung einzuräumen, kam es zur amerikanischen Revolution. Die revoltierenden Kolonisten wurden vom absolutistischen Frankreich unterstützt, welches wenige Jahre später selbst in der Revolution versinken sollte, was zu einer deutlichen Verlagerung des Krieges auf die See nach sich zog. Die britische Seeherrschaft konnte in diesem Krieg stabilisiert werden, führte jedoch nicht zum Sieg in Amerika.
Die 13 Kolonien schlossen sich zu den Vereinigten Staaten von Amerika zusammen und erklärten 1776 ihre Unabhängigkeit. 1781 kapitulierten die Briten im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und erkannten zwei Jahre später im Frieden von Versailles die Selbstständigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika an.

RevolutionIm 18. Jahrhundert war Frankreich zwar immer noch die stärkste Macht in Europa, aber es dominierte den Kontinent nicht länger. Durch die Niederlage im Siebenjährigen Krieg hatte es viele seiner Kolonien an England verloren, das nun über ein großes Weltreich herrschte.
Ende des 18. Jahrhunderts. war der französische Staat dem Bankrott nahe. Deshalb berief Ludwig XVI. im Jahr 1788 – zum ersten Mal seit 174 Jahren! die Versammlung der Generalstände (Adel, Klerus und dritter Stand) ein.
Durch Streitigkeiten um den Wahlmodus erklärte sich der nicht privilegierte dritte Stand (98 % der Bevölkerung) zur Nationalversammlung. Mit der Stürmung der Bastille als Bollwerk der königlichen Willkür am 14. Juli 1789 (seit 1880 ist der 14.7. französischer Nationalfeiertag) begann die Französische Revolution.
In Frankreich herrschte große Begeisterung. Im Namen von "Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" wurden König, Adel und Klerus entmachtet und eine völlig neue Gesellschaftsordnung geschaffen (konstitutionelle Monarchie, ab 1792 Republik). Frankreich hatte sich damit innerhalb von zwei Jahren stärker verändert als in den zwei Jahrhunderten davor.

Die Französische Revolution 1789 war eines der erschütternsten Ereignisse der Weltgeschichte und ihre Nachwehen sollten noch bis zum Ende der napoleonischen Kriege (1814/15) spürbar sein. Für uns ist es heute nicht nachvollziehbar was es bedeutet, wenn ein Volk seinen Souverän stürzt und köpft. Die amerikanische Unabhängigkeit geschah weit entfernt und der englische König George lebte und herrschte weiter. Mit Frankreich stürzte eine der wichtigsten Nationen ins Chaos und die Revolutionäre stellten alle absolutistischen Herrschaftshäuser in Frage.
Aus der Revolution ging Napoleon, oft als Retter der Revolution tituliert hervor, und schwang sich zum Kaiser der Franzosen auf.

C. Eberle

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