Whoever closes his eyes to the past is blind to the present.
Richard von Weizsäcker

ist ein Ortsteil der Gemeinde Blatno in Tschechien. Er liegt 7,5 Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von Chomutov und gehört zum Okres Chomutov.

Petsch befindet sich im böhmischen Teil des Erzgebirges am südlichen Fuß des Nad Vodárnou (768 m). Im Süden erhebt sich der Klenovec (Klingerberg, 757 m) und im Westen der Chlum (Ahrenberg, 754 m). Westlich des Dorfes liegt das Tal der Kamnitz (Neuhauser Flößbach), einen Kilometer gegen Nordwesten die Talsperre Kamnitz und 2,5 Kilometer südwestlich die Talsperre Krima. Südlich befindet sich das Tal des Flusses Kometau.

Nachbarorte sind Kallich und Bernau im Norden, Rodenau im Nordosten, Platten im Osten, Sperbersdorf im Südosten, Erste Grundmühle, Zweite Grundmühle, Schönlinde und Domina im Süden, Dritte Grundmühle, Dörnthal und die Wüstung Tschoschl im Südwesten, die Wüstung Märzdorf im Westen sowie Neuhaus im Nordwesten.

Rings um Petsch gab es mehrere Berge und Höhen: Kermersberg, Leithen, Assigberg, Hoher Leist, Heegwald, Hoher Hübel, Glasberg, Schmiedleitenberg und Knafshübel. Der Assigbach war die Grenze gegen das Grundtal und nahm von Neuhaus kommend den Gröllbach, schließlich das Petscher Bächlein, das Glasbachl und das Schabachl auf. Sie füllten die Komotauer Talsperre, die hauptsächlich von kroatischen Arbeitern gebaut wurde um die Trinkwasserversorgung für Komotau zu garantieren.

Das Dorf wurde vermutlich im 13. Jahrhundert angelegt. Petsch gehörte seit dem 13. Jahrhundert zur Herrschaft Komotau und wurde nach dem Freikauf der Stadt aus der Untertänigkeit im Jahre 1605 an die Herrschaft Rothenhaus angeschlossen. In der berní rula von 1654 sind für Petsch 14 Anwesen, eine Mühle und eine Schenke ausgewiesen. Im 30jährigen Krieg ist der Ort gebrandschatzt worden. 1813 waren russische Soldaten einquartiert. 1834 lebten in den 16 Häusern des Ortes 134 Menschen.

Petsch besaß eine 1774 erbaute Kapelle mit Orgel und zwei Glocken. Alljährlich hat man das Maria Schnee Fest abgehalten. Eine neue Orgel wurde 1860 aufgestellt.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Petsch ab 1850 einschließlich der Zweiten Grundmühle sowie der Gröllmühle eine politische Gemeinde in der Bezirkshauptmannschaft Komotau. Seit 1894 war Petsch eine selbständige Gemeinde. Schule, Kirche und Post waren in Platten.Bedingt durch das geschützte Klima ergab sich ein vorzüglicher Obstbau. Auch Ackerbau und Viehzucht wurden erfolgreich betrieben (Pferde, Rinder und Schweine). 1895 wurde durch die Administration der Rothenhauser Güter die Straße von Petsch ins Grundtal errichtet. Zwischen 1899 und 1904 entstand im Tal des Neuhauser Flößbaches an der Stelle der Gröllmühle die Talsperre Komotau. 1930 hatte das Dorf 137 Einwohner, 1939 noch 125 Einwohner. Die Bewohner des Dorfes lebten zumeist von der Viehzucht und der Landwirtschaft, die wegen der rauen klimatischen Verhältnisse an der Südkippe des Erzgebirges wenig ertragreich war. Andere verdienten sich ihren Lebensunterhalt durch Lohnarbeit im Forst. Pfarr- und Schulort war Platten. Nach dem Münchner Abkommen wurde die Gemeinde 1938 dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte bis 1945 zum Landkreis Komotau. 1939 hatte die Gemeinde 123 Einwohner. Nach dem Ende des Krieges kam Petsch zur Tschechoslowakei zurück und die deutschen Bewohner wurden vertrieben. 1950 hatte Petsch nur noch 51 Einwohner und wurden zum 1. Januar 1950 nach Platten eingemeindet. Zwischen 1953 und 1958 entstand südwestlich von Petsch die Talsperre Krima. Die Abwanderung setzte sich fort. Bis 1991 sank die Einwohnerzahl auf neun. Die 18 Häuser des Dorfes werden als Ferienhäuser und im Jahre 2001 acht zu Wohnzwecken genutzt.

alte Bilder aus Petsch:

  • 2. Muehle im Grundmuehltal
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Petsch heute:

 


Quelle: Wikipedia

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