Whoever closes his eyes to the past is blind to the present.
Richard von Weizsäcker

Niedersächsisch-Dänischer KriegEintritt Christians von Dänemark in den Krieg
Diese Phase begann mit dem Auftritt Christians IV. von Dänemark, der sich im Juli 1625 mit Ernst von Mansfeld und den niedersächsischen Reichsständen zusammenschloß und in den Krieg eingriff, da die katholischen Heere mittlerweile im Norden Deutschlands standen. Christian drang zusammen mit Mansfeld und Christian von Halberstadt nach Westfalen vor. Daraufhin gab der Kaiser Albrecht von Wallenstein den Auftrag, eine Armee aufzustellen, was dieser auch tat und zusammen mit der Ligaarmee Christian von Dänemark zurückdrängen konnte.
Im Verlauf der nächsten drei Jahre gelang es Tilly und Wallenstein, weiter nach Norden vorzudringen und schließlich Christian zum Lübecker Frieden zu zwingen. Christian war besiegt, kam allerdings noch recht glimpflich davon, denn er mußte sich lediglich in Zukunft aus dem Reich heraushalten und erlitt keine territorialen Verluste.

Der Höhepunkt der kaiserlichen Macht
Wallenstein spielte mittlerweile eine sehr bedeutende Rolle: Er hatte großen militärischen Erfolg, erhielt Mecklenburg als Lehen und wurde damit beauftragt, eine kaiserliche Flotte aufzubauen. In dieser Zeit befand sich auch der Kaiser auf dem Höhepunkt seiner Macht. Deutlich wird dies u.a. daran, daß er 1629 das Restitutionsedikt erliess.
Wie bereits erwähnt, ging es seit 1555 darum, den Augsburger Religionsfrieden zu interpretieren, da nicht geklärt war, was mit den Gebieten geschehen sollte, die nach 1552 säkularisiert worden waren. Die Katholiken hatten sich darüber beschwert und einzelne Fälle auch vor das Reichskammergericht gebracht, aber da es noch keine Rechtsgrundlage gab und das Gericht seit 1594 lahmgelegt war, kam es zu keinen Entscheidungen.
Der Kaiser erließ nun dieses Edikt, das jede Entfremdung von katholischem Kirchengut nach 1552 für rechtswidrig erklärte. Kaiserliche Kommissare sollten dafür sorgen, daß der ursprüngliche Besitzstand wieder hergestellt würde. Die tatsächliche Umsetzung des Ediktes hätte allerdings eine riesige Macht- und Besitzverschiebung bedeutet und über 500 Klöster sowie die Bistümer Bremen, Magdeburg, Verden, Halberstadt u.a. betroffen. Die Protestanten erhoben Widerstand, aber auch die katholische Seite brachte Einwände vor.
Diese zweite Phase des Krieges ist durch folgende Ereignisse gekennzeichnet: Dänemark errichtete mit Unterstützung der Niederlande, Frankreichs und Englands eine zweite Front, erlitt allerdings eine Niederlage. Die kaiserliche Macht dehnte sich bis zur Ostsee aus.


Quelle:

1. Beatrice Hermanns: Der Dreißigjährige Krieg. Eine Einführung, in: Gudrun Gersmann / Torsten Reimer (Hg.): München im Dreißigjährigen Krieg. Ein universitäres Lehrprojekt, 1. Version vom 6.12.2000, URL: http://www.krieg.historicum-archiv.net/themen/m30jk/30jkeinfuehrung.htm [Stand: 12.06.2012]

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