Whoever closes his eyes to the past is blind to the present.
Richard von Weizsäcker

Mindestens seit dem 16. Jahrhundert gab es in Walddorf einen Förster. Er wurde "reisiger Fortsknecht" genannt, was aber absolut kein Fortknecht im üblichen Sinn war. In den Kirchenregistern wird er sogar als Herr bezeichnet. Er hatte die Aufgabe eines Revierförsters.

ForsthausDie Förster wohnten in einem Gebäude in der Nonnengasse, das der Herrschaft Württemberg gehörte. Das Wohnhaus entsprach wohl nicht den Ansprüchen der Waldhüter, denn Fortsknecht Hirsch erbaute im Jahr 1712 ein eigenes Haus mit Scheuer beim "Giegelbronnen" (Brühlstraße 4, auf dem Bild links).

Bis 1855 blieb es im Besitz der Försterfamilien in Walddorf. Danach war das Anwesen fast ganu 100 Jahre in Eigentum von Walddorfer Landwirten. 1928 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. 1954 wollte der damalige Besitzer das Wohnhaus renovieren und stellte gest, dass es "allenthalben morsch war. So viel es 1955 leider der Spitzhacke zum Opfer.
"Inzwischen erstellte der Eigentümer einen ansprechenden Fachwerkbau an der Stelle des interessanten Forsthauses". So schreibt Wilhelm Böhringer in einem der Heimatkundlichen Blätter für den Kreis Tübingen.

Weiter berichtet er: "Glücklicherweise besitzt der Ort in dem Gebäude Brühlstraße 2 (auf dem Bild rechts) sozusagen den jüngeren Bruder des abgerissenen Forsthauses. Dass dieser hübsche Fachwerkbau mit seinem gewalmten Dach einst ebenfalls ein Forsthaus war, verrät uns das goldene Hirschlein über dem Eingang." Es muss 1780 erbaut worden sein.

Für das Haus erfolgte eine sehr wechselvolle Periode als Forst- und Bauernhaus, bis es 1958 in den Besitz der Gemeinde Walddorf überging. Sie renovierte das unter Denkmalschutz stehende Gebäude. In das Erdgeschoss wurden ein Feuerwehrmagazin und eine Garage eingebaut, im Obergeschoss war die Dienstwohnung des Bügermeisters. Heute ist im Obergeschoss das Notariat untergebracht, und das Erdgeschoss konnte sich der Liederkranz Walddorf zu einem Übungsraum und Treffpunkt ausbauen.

Erst im Jahr 1952 wurde in Walddorf wieder ein Forsthaus gebaut - und zwar an der Ecke Forststraße/Jägerstraße.«

Quelle: Bildertanz Blog

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