Whoever closes his eyes to the past is blind to the present.
Richard von Weizsäcker

KalenderDer Julianische Kalender wurde von Julius Caesar eingeführt und war in manchen Teilen der Welt noch weit bis ins 20. Jahrhundert gültig, im kirchlichen Bereich teilweise noch bis heute. Er wird heute in der Wissenschaft rückwirkend auch für die Jahre vor dem Wirken Caesars verwendet. Er wurde seit dem 16. Jahrhundert sukzessive durch den Gregorianischen Kalender abgelöst.

Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Monate nach römischen Herrschern benannt, aber anscheinend überlebte keine dieser Änderungen deren Tod. Um einiges beständiger als die Monatsnamen des Römischen Reichs waren die von Karl dem Großen eingeführten Namen. Er benannte alle Monate mit größtenteils landwirtschaftlichen Begriffen des Althochdeutschen. Diese wurden bis ins 15. Jahrhundert und mit einigen Veränderungen auch noch bis ins 18. Jahrhundert und im heutigen Deutsch verwendet.

Januar bis Dezember:
* Wintarmanoth (Wintermonat) – Januar
* Hornung – Februar
* Lentzinmanoth (Lenzmonat) – März
* Ostarmanoth (Ostermonat) – April
* Winnemanoth (Weidemonat) – Mai
* Brachmanoth (Brachmonat) – Juni
* Hewimanoth (Heumonat) – Juli
* Aranmanoth (Erntemonat) – August
* Witumanoth (Holzmonat) – September
* Windumemanoth (Weinmonat) – Oktober
* Herbistmanoth (Herbstmonat) – November
* Heilagmanoth (heiliger Monat) – Dezember

Das Julianische Jahr ist gegenüber dem Sonnenjahr um 11 Minuten und 14 Sekunden zu lang. Dies führte zu einer zunehmenden Abweichung vom Sonnenlauf, die im 14. Jahrhundert schon mehr als sieben Tage betrug. Deshalb führte Papst Gregor XIII. im Jahre 1582 den Gregorianischen Kalender mit einer verbesserten Schaltregel ein. Diese besagt, dass volle Jahrhunderte (wie 1700, 1800, 1900 usw.) nur dann Schaltjahre sind, wenn sie durch 400 teilbar sind (daher war das Jahr 2000 ein Schaltjahr, das Jahr 1900 dagegen nicht). Gregor XIII. bestimmte weiterhin, dass auf Donnerstag, den 4. Oktober 1582 (julianisch) direkt Freitag, der 15. Oktober 1582 (gregorianisch) zu folgen hatte, womit 10 Tage übersprungen wurden (unter Beibehaltung der Wochentagfolge).

Nur die Länder Spanien, Portugal, Polen und teilweise Italien übernahmen den Gregorianischen Kalender tatsächlich am 5./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen vom Papst dekretierten Kalender zunächst ablehnten. Im Jahr 1584 führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Heiligen Römischen Reichs übernahmen den Gregorianischen Kalender erst 1700, 118 Jahre nach dessen erster Einführung. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582.
Das Königreich Dänemark, zu dem damals auch Norwegen und Island gehörten, führte den Gregorianischen Kalender ebenfalls vom 18. Februar auf den 1. März 1700 ein. Die reformierten Orte der Schweiz folgten knapp ein Jahr später, sie sprangen vom 31. Dezember 1700 auf den 12. Januar 1701. In Japan, wo zuvor mit einigen Abweichungen der chinesische Kalender gegolten hatte, wurde der Gregorianische Kalender am 1. Januar 1873 im Zuge der Modernisierung des Landes eingeführt. Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den Julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Am 1. Januar 1912, nach dem Sturz des Kaiserreiches, übernahm auch China den Gregorianischen Kalender, der sich zunächst wegen der Beherrschung weiter Teile des Landes durch Warlords nicht landesweit durchsetzen konnte und von der chinesischen Nationalregierung zum 1. Januar 1929 endgültig verbindlich gemacht wurde. Im Jahre 1926 übernahm die Türkei den Gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Heute ist der gregorianische Kalender auch in den meisten islamischen Staaten eingeführt.

Für Teile Westdeutschlands, vor allem des Rheinlandes, hat kurze Zeit der Kalender der französischen Republik (Revolutionskalender) Gültigkeit gehabt. Er wurde am 5. Oktober 1793 eingeführt (mit rückwirkender Kraft seit dem 22. September 1792) und galt bis zum 31. Dezember 1805. Das Jahr war in 12 Monate zu je 30 Tagen eingeteilt, denen sich fünf (in Schaltjahren sechs) Ergänzungstage anschlossen.
An die Stelle der Wocheneinteilung trat zunächst die Gliederung des Monats in drei Abschnitte (decades) mit je zehn numerierten Tagen (primidi, duodi, tridi ...), die am 31. März 1802 wieder abgeschafft wurde.
Für die Datierung der Zivilstandsregistern, Gerichtsakten u. a. Quellen ist dieser Kalender während der französischen Besetzung auch in Deutschland benutzt worden.


Quellen:

1. Wikipedia: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Julianischer Kalender aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. [Stand: 21.03.2012]

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