Whoever closes his eyes to the past is blind to the present.
Richard von Weizsäcker

Menno SimmonsMennoniten, auch Altevangelisch Taufgesinnte und Alttäufer genannt, sind eine reformierte christliche Konfession in der Tradition der Täufer. Der Name leitet sich vom friesischen Gründer Menno Simons ab. Anfangs war "Mennoniten" ein Schimpfwort, später wurde der Name von der Gruppe übernommen.

Die meisten Mennoniten sehen sich mit allen Christen verbunden, die Jesus als Herrn bekennen und nach seiner Lehre leben wollen und halten ihre Kirchen für sie offen. Diese sind Mitglied der Vereinigung Evangelischer Freikirchen in Deutschland und in der Schweiz sowie in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland. Ein Großteil der mennonitischen Kirchen sind Mitglieder im Ökumenischen Rat der Kirchen. Von einigen Mennoniten jedoch wird eine Kooperation mit Andersgläubigen abgelehnt. Sie sehen darin eine Verwässerung ihrer Glaubensgrundsätze und möchten unabhängig bleiben.

Weltweit gibt es etwa 1,3 Millionen Mennoniten (Mennonitische Weltkonferenz 2003) in über 60 Ländern: Vereinigte Staaten von Amerika und Kanada (42%); Afrika (28%), Asien und Australien (16%); Karibik, Mittel- und Südamerika (9%) und Europa (5%).
In Deutschland leben etwa 40.000 Mennoniten in ungefähr 190 Gemeinden. Neben dem ältesten Zusammenschluss, die Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland, traten durch die Zuwanderung zahlreicher Mennoniten aus der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten zahlreiche weitere Verbände. Heute bilden die Gemeinden der Zuwanderer die Mehrheit der deutschen Mennoniten.

Die Mennoniten waren und sind bestrebt, den Inhalt der Bibel zu leben und diese als Gebrauchsanweisung für ihr Leben zu sehen. Gute Bibelkenntnis wird von allen Mitgliedern erwartet - in den Anfangszeiten, als Mennoniten oft Analphabeten waren, konnten viele von ihnen große Teile der Bibel auswendig. Mennoniten gehören zu den Friedenskirchen, die sich an Gewaltlosigkeit und Pazifismus orientieren und vielfach in politischen Krisengebieten diakonisch aufgetreten sind. Manche Mennoniten verweigern jeden Wehrdienst und sogar die Steuern, die für Militärausgaben bestimmt sind, andere leisten Militärdienst. Die Frauenordination ist Gemeindeabhängig geregelt.

Während des 16. Jahrhunderts drohte den Mennoniten und anderen Täufern so in ganz Europa Verfolgung, Folter und Märtyrertod. Bis zum 17. Jahrhundert vereinigten sich einige von ihnen mit der niederländischen Staatskirche und veranlassten den Staat zur Einstellung der Verfolgungen.
Seit dem 16. Jahrhundert lebten auch im zur polnischen Krone gehörenden so genannten Königlichen Preußen viele Mennoniten. Damals wurden die mennonitischen Flüchtlinge aus den Niederlanden aufgenommen, um die Sumpfgebiete des Weichsel-Nogat-Deltas zu kultivieren. Sie bauten dort Deiche und Kanäle und konnten auf diese Weise das Land für eine erfolgreiche Viehzucht nutzen. Da sie den dortigen Städten und den Großgrundbesitzern wirtschaftliche Vorteile brachten, wurde ihre Religion geduldet. Als das Königliche Preußen im Zuge der Ersten Teilungen Polens 1772 unter die preußische Herrschaft kam, hat sich die Situation für die Mennoniten stark verändert. Damals lebten im von nun an so bezeichneten Westpreußen 12.182 Mennoniten. Die Mennoniten standen mit ihrer Ablehnung des Wehrdienstes dem Wunsch der preußischen Könige nach einer Vergrößerung ihrer Armee entgegen. Sie wurden zwar vom Wehrdienst befreit, aber ihre weitere Ausbreitung wurde verhindert.

So sind dann viele Mennoniten aus Westpreußen nach Südrussland (siehe auch Russlandmennoniten) ausgewandert, weil sie dort bessere Möglichkeiten für ihre wirtschaftliche, religiöse und soziale Entwicklung sahen. 1789 wurden in Chortitza und 1804 in Molotschna mennonitische Siedlungen gegründet. Beide Orte liegen heute in der südlichen Ukraine. Diese Ansiedlungen haben sich wirtschaftlich gut entwickelt und ihre Bevölkerung ist stark angewachsen. Überall in Russland wurden Tochterkolonien gegründet, unter anderem Jasykowo, Fürstenland, Sagradowka, Barnaul (Slawgorod) und Neu Samara.
Etwa ein Drittel der damaligen mennonitischen Bevölkerung ist 1874 nach der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Russland nach Kanada, dort vor allem nach Manitoba (Westreserve und Ostreserve), und in die USA emigriert. Weitere 23.000 sind in den 1920ern ausgewandert. Von den USA gelangten einige Gruppen in den Norden Mexikos und bis hin nach Paraguay.
Während der kommunistischen Herrschaft in Russland wurde die Religionsausübung verfolgt. Viele Mennoniten haben ihren Glauben aber bewahrt und sind nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion nach Deutschland gekommen. Heute leben in Deutschland mehr als 200.000 Menschen russlanddeutscher mennonitischer Herkunft. Die Anzahl der von Russlanddeutschen gegründeten mennonitischen Gemeinden übersteigt die der Alteingesessenen bei weitem.


Quellen:

1. Wikipedia: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Mennoniten aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.[Stand: 21.03.2012]

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