Whoever closes his eyes to the past is blind to the present.
Richard von Weizsäcker

Die Herren von Lustnau

Ursprünglich war Lustnau ein eigenständiges Dorf. Es wurde 1120 nach Christus erstmalig urkundlich unter dem Ortsnamen "Lustnow" erwähnt. Heute ist Lustnau ein Stadtteil der Universitätsstadt Tübingen. Er liegt nordöstlich des Stadtzentrums.

Der Ort wurde von pfalzgräflichen Ministerialen derer von Lustnau beherrscht. Die Herren von Lustnau, die vermutlich in der heutigen Straße "auf der Burg" residierten, waren die Eigentümer des Dorfes. Bei ihnen handelte es sich um Ministeriale der Pfalzgrafen von Tübingen. Bis ins Jahr 1466 ist die "Familie derer von Lustnau" urkundlich bezeugt. Lustnauer KloasterhofDiese Familie stand in enger Verbindung mit dem Kloster Bebenhausen und übereignete ihm zusammen mit den Pfalzgrafen nach und nach fast den ganzen Ort. Das Kloster Bebenhausen errichtete hier einen Pfleghof. Der Lustnauer Klosterhof entstand um die Mitte des 13. Jahrhunderts als Wirtschaftshof des Klosters Bebenhausen. Nach der Einführung der Reformation um 1540 verlagerte der Klostervogt von Bebenhausen seinen Dienstsitz in den Klosterhof von Lustnau. Durch die Auflösung des Klosteramtes 1807/08 kam Lustnau später zum Oberamt Tübingen.
Bis 1715 gehörte das Dorf Pfrondorf ebenfalls zu Lustnau.

Konrad von Lustnau war von 1320-1353 Abt des Zisterzienserklosters Bebenhausen.

Der Walddorfer Niederadel

Als enge Verwandte der Herren von Lustnau kann wegen ihrer Wappen- und teilweise auch Namensgleichheit das Geschlecht von Niederadeligen gesehen werde, das sich nach dem Dorf Walddorf benannte.
Mit Marquard von Walddorf wird 1270 erstmals ein Vertreter dieses Adelsgeschlechtes erwähnt. Seine Söhne Marquard, Corherr in Sindelfingen, und Wölfelin, Dienstmann der Pfalzgrafen von Tübingen, verkauften 1313 einen Acker an das Kloster Bebenhausen.
Wölfelin ist wohl identisch mit Wolffo von Walddorf. Dieser hatte 5 Söhne. Der älteste von ihnen war Mönch in Maulbronn. Der jüngste, Burkhard, Priester und Doktor der Medizin. Burkhardt stiftete 1407 eine halbjährliche Speisung für die Armen in Stuttgart. Er starb am 05.01.1408 und liegt in Maulbronn begraben. Mit dem Tode Burkhards verschwindet das Geschlecht derer von Walddorf.

Der Herrensitz der Walddorfer Adligen war sicherlich in der Nähe der Walddorfer Kirche, über eine Burg ist jedoch nichts bekannt. Der Kirchturm der Walddorfer Kirche gehörte jedoch anscheinend zu der damaligen Burganlage, er zeigt in jedem Falle Merkmale eines Burg-Turmes. Er wird mit seinen drei Meter dicken Mauern und der hoch gelegenen Pforte in das 12./13. Jahrhundert datiert und stand bis zum Bau des Kircheschiffes um 1500 frei.

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