Whoever closes his eyes to the past is blind to the present.
Richard von Weizsäcker

Friedrich V. von der Pfalz; "Winterkönig" (26.08.1596 - 29.11.1632)

  • seit 1613 mit Elisabeth Stuart von England verheiratet
  • 1614 Regierungsantritt in der Pfalz
  • 26.08.1619 Wahl zum böhmischen König (Gegenkönig zu Ferdinand II.)
  • Flucht in die Vereinigten Niederlande nach der Niederlage der böhmischen Stände am Weißen Berg 1620
  • ab 23.01.1621 in Reichsacht
  • schon von zeitgenössenischen Gegnern als "Winterkönig" (da seine Herrschaft nur einen Winter gedauert hatte) verspottet
  • versucht bis zum Ende seines Lebens seine Herrschaft wiederzuerlangen
  • muß diese Hoffnungen mit dem Tod Gustav Adolfs begraben, stirbt als gebrochener Mann 1632 an der Pest

politisch nicht sehr ambitioniert, von seinen Beratern (v.a. Christian von Anhalt) dazu überredet die Krone Böhmens anzunehmen


Christian der IV. von Dänemark (12.04.1577 - 18.02.1648)

  • seit 1596 König von Dänemark
  • außerdem Herzog von Holstein und damit Mitglied der Stände des Reiches; strebte nach Hegemonialstellung in Norddeutschland
  • Juni 1625: Eintritt in den Dreißigjährigen Krieg
  • kann im Lübecker Frieden 1629 trotz schwächerer Verhandlungsposition den Status quo halten
  • 1643-45: Krieg gegen Schweden - Dänemark verliert im Frieden von Brömsebro 1645 die Vormachtstellung in Skandinavien

führte ein ausschweifendes Privatleben


Gustav II. Adolf (19.12.1594 - 16.11.1632)

"Löwe aus Mitternacht"

  • seit 1611 König von Schweden anfangs mit Unterstützung des Kanzlers Axel Oxenstjerna
  • überzeugter Protestant
  • charismatische Führungspersönlichkeit
  • hielt sich selbst und wurde auch von anderen für unverwundbar gehalten
  • 16.11.1632 Tod in der Schlacht von Lützen

Markgraf Georg Friedrich von Baden-Durlach (30.01.1573 - 24.9.1638)

  • überzeugter Protestant
  • von Beginn an Mitglied der protestantischen Union
  • stellte zur Unterstützung Friedrichs V. von der Pfalz und für den Kampf gegen die katholische Liga ein eigenes Heer auf
  • kämpfte nach der Niederlage seines Heeres in der Schlacht bei Wimpfen auf der Seite der Dänen und Schweden
  • gabt nach der Niederlage von Nördlingen seinen Kampf für die protestantische Sache auf
  • starb 1638 in Straßburg

Christian von Braunschweig, "der tolle Halberstädter" (20.09.1599 - 16.06.1626)

  • Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel und Administrator des säkularisierten Bistums Halberstadt
  • seit 1620 in militärischen Diensten
  • Verehrer Elisabeth Stuarts der Gemahlin Friedrichs V. von der Pfalz
  • angeberisch, roh, unbeliebt, kämpfte um des Krieges und des Kampfes willen
  • starb 1626 an einer Krankheit

Zeitgenossen schrieben seinen Tod seinem unsteten Lebenswandel zu


Axel Graf Oxenstjerna (06.07.1583 - 07.09.1654)

  • Sproß eines alteingesessenen schwedischen Adelsgeschlechts
  • Studium der Theologie und des Rechts u.a. in Rostock, Jena und Wittenberg
  • von Anfang an Berater Gustav Adolfs
  • ab 1611 schwedischer Reichskanzler
  • begabter Staatsmann und Diplomat
  • galt als intelligent, ruhig und realistisch und somit als ideale Ergänzung des oft ungestümen schwedischen Königs
  • meist für die Aushandlung der schwedischen Friedensschlüsse verantwortlich
  • ab 1631: schwedischer Bevollmächtigter am Rhein
  • nach dem Tod Gustav Adolfs 1632 als Vorsitzender des Reichsrats Vormund für dessen unmündige Tochter und Nachfolgerin Christina und bis zu ihrem Regierungsantritt 1644 Interims-Regent Schwedens
  • starb 1654 in Stockholm

Carl (Karl) Gustav Wrangel, Graf von Salmis (13.12.1613 - 24.06.1676)

  • ab 1646: Oberbefehlshaber der schwedischen Armee im Reich
  • auch nach dem 30-jährigen Krieg erfolgreich für Schweden aktiv (Schwedisch-Polnischer Krieg; Einfall Schwedens in Brandenburg)
  • "Kriegsgewinnler": wurde durch den 30-jährigen Krieg zum Millionär, erbeutete v.a. Kunstschätze (heute in Schloß Skokloster)
  • starb 1676 auf Gut Spycker auf Rügen

Lennart Torstensson, Graf von Ortala (17.08.1603 - 07.04.1651)

  • gilt als Entwickler der sehr erfolgreichen schwedischen Kampftaktik der ,leichten Feldartillerie'
  • Nachfolger Banérs: konnte die unter Banér ausgebrochenen Meutereien wegen nichterfolgter Soldzahlungen bändigen, indem er den Soldaten erlaubte, die Bevölkerung auszuplündern
  • litt sehr unter der Gicht, mußte deshalb 1646 den Befehl über das schwedische Heer abgeben
  • 1647 von Königin Christina von Schweden in den Adelsstand erhoben und zum Generalgouverneur von Vestergötland ernannt

Gustav Horn Graf von Björneborg (22.10.1592 - 10.05.1657)

  • vor dem schwedischen Eingreifen in den Dreißigjährigen Krieg Oberbefehlshaber der schwedisch-finnischen Truppen in Livland, ab der Landung Gustav Adolfs in Pommern Feldmarschall im Reich
  • verheiratet mit Christina der Tochter des schwedischen Reichskanzlers Axel Oxenstjerna, die mit ins Reich kam und dort bald an einer Krankheit starb
  • nach dem Tod Gustav Adolfs zusammen mit Bernhard von Weimar (mit dem er sich nicht gut verstand) Befehlshaber des schwedischen Heeres
  • nach der verlorenen Schlacht bei Nördlingen 1634 für 8 Jahre in Gefangenschaft
  • 1642 Rückkehr nach Schweden
  • 1653 Beförderung zum Reichsmarschall

Ernst II. Graf zu Mansfeld (ca. 1580- 29.11.1626)

  • unehelicher Sohn des kaiserlichen Statthalters von Luxemburg, Peter Ernst I. zu Mansfeld
  • ab 1603 in militärische Führungsposition
  • 1618 als Söldnerführer von den böhmischen Ständen verpflichtet
  • typischer Kriegsunternehmer seiner Zeit (Condottiere), der egal auf welcher Seite in den Krieg zog und nur zufällig immer auf der Seite der Gegner Habsburgs blieb
  • gab 1626 wegen Krankheit den Oberbefehl über das von ihm zusammengeworbene Heer an Johann Ernst von Weimar ab
  • starb auf dem Weg nach Venedig in einer von ihm eigens inszenierten Show

Johan Banér (23.06.1596 - 10.05.1641)

  • vor seinem Einsatz im Reich kämpfte er in Rußland und Polen für Schweden
  • 1632: Oberbefehl über die schwedischen Truppen in Süddeutschland
  • ab 1634: Feldmarschall
  • ab 1635 immer wieder Meutereien unter seinen Soldaten, die er nie richtig in den Griff bekam
  • galt als fähiger Soldat aber auch als roh, trunksüchtig und mißlaunig
  • starb 1641 in Halberstadt

Bernhard von Weimar (16.08.1604 - 18.07.1639)

  • ehrgeiziger und äußerst fähiger Heerführer
  • 11. Sohn des Herzogs von Sachsen-Weimar , da er keine Chance auf eine politische Karriere sah, wählte er das Militär
  • von Beginn des Krieges an auf der Seite der jeweiligen Gegner Habsburgs
  • großer Erfolg: Eroberung der Festung Breisach 1638
  • starb 1639 an einer Krankheit, evtl. den Schwarzen Blattern

Henri de la Tour d`Àuvergne Vicomte de Turenne (11.09.1611 - 27.07.1675)

  • Hugenotte
  • ab 1643: Oberbefehl über das französische Heer in Süddeutschland
  • auch nach dem Dreißigjährigen Krieg für den französischen Hof in militärischen Diensten (franz. Bürgerkrieg, Krieg gegen Spanien, Devolutionskrieg, Niederländisch-Französischer Krieg)
  • gilt als bedeutenster französischer Heerführer des 17. Jahrhunderts
  • fiel 1675 in einer Schlacht des Niederländisch-Französischen Krieges

Louis II. Fürst von Condé (08.09.1621 - 11.12.1686)

  • Sproß des Hauses Bourbon-Condé
  • Herzog von Enghien
  • begabter Heerführer, konnte schon sehr jung große Erfolge feiern
  • nach dem Dreißigjährigen Krieg auf wechselnden Seiten miliärisch aktiv

Quelle:

1. Edith Koller: Dramatis personae. Akteure des Dreißigjährigen Krieges, in: Gudrun Gersmann / Torsten Reimer (Hg.): München im Dreißigjährigen Krieg. Ein universitäres Lehrprojekt, 1. Version vom 6.12.2000, URL: http://www.krieg.historicum-archiv.net/themen/m30jk/30jkpersonen.htm [Stand: 12.06.2012]

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