Whoever closes his eyes to the past is blind to the present.
Richard von Weizsäcker

Industrialisierung bezeichnet allgemein den Prozess in einer Volkswirtschaft, in welchem sich industrielle Produktionsformen entwickeln und im Verhältnis zu Handwerk und Landwirtschaft einen immer größeren Platz einnehmen.

Die Industrialisierung entsteht im 18. Jahrhundert in England und breitet sich von dort aus. Im 19. Jh. gilt England als "Werkstatt der Welt". Bis zum Ersten Weltkrieg wird England industriell von Deutschland überholt, während die USA bis zu diesem Zeitpunkt doppelt so viel produziert wie Deutschland.

IndustrialisierungDer führende Industriezweig war zunächst überall die Textilindustrie, dann entwickelte sich im 19. Jh. der Eisenbahnbau zum Motor der Industrialisierung. Mit diesem entwickelte sich die Schwerindustrie. Die Entwicklung schaukelte sich so gegenseitig hoch. Später kamen Maschinenbau, Elektro-, chemische und Erdölindustrie dazu, im 20. Jh. Auto-, Luftfahrt-, Raumfahrt-, Atom-, Computer- und andere Industrien.

Die Industrialisierung ist ohne die rasante Entwicklung von Wissenschaft und Technik undenkbar. Die Dampfmaschine z.B. war eine Schlüsselerfindung, die Bergbau und Verkehr revolutionierte und die industrielle Massenproduktion ermöglichte. Ebenfalls zukunftweisend waren der Hochofen, die Erfindung des Puddle-Verfahrens und des Bessemer-Verfahrens zur Herstellung von Stahl, Elektromotor, Telegraf, Fotografie, Anilin-Farben aus Steinkohlenteer, Telefon, Glühbirne und v.a.

Verbunden mit der Industrialisierung war ein rasantes Bevölkerungswachstum, weil weniger Menschen starben als geboren wurden. Das damit zusammenhängende Problem der Ernährung wurde durch die industrielle Revolution in der Landwirtschaft gelöst: Düngung, neue ertragreichere Züchtungen, im 20. Jh. die Maschinisierung.

Die wachsende Bevölkerung konzentrierte sich in den schnell wachsenden Industriestädten, es entstanden ganze Industrieregionen, auch dadurch, dass immer mehr Menschen vom Land in die Stadt zogen.

Die Frühindustrialisierung in Deutschland wurde 1835 mit der Eisenbahnverbindung Nürnberg - Fürth sichtbar. In der Frühindustrialisierung waren Familienbetriebe kennzeichnend und es herrschte entsprechend der Theorie des Wirtschaftsliberalismus - sofern deren Grundsätze maßgebend waren - häufig Konkurrenz.

Die Hochindustrialisierung beginnt mit der Gründung des Kaiserreichs 1870/71. Sie ist durch wachsende Konzentration von Kapital, Konzerne, Aktiengesellschaften, Kartelle und Trusts, das Universalbanksystem und den Übergang zu Imperialismus und Kolonialpolitik gekennzeichnet.


Quellen:

1. Currlin, Wolfgang: "Lernumgebung Industrialisierung und Soziale Frage". URL: www.wcurrlin.de/links/basiswissen/basiswissen_industrialisierung.htm [Stand: 27.03.2012]

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