Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.
Richard von Weizsäcker

Der Sohn des "Pürschnermeisters"

Ernst Friedrich Koch stammte aus Feuerbach. Er war dort als Sohn des "Pürschnermeisters" Ernst Friedrich Koch 1750 zur Welt gekommen. Er heiratete 1773 in Walddorf Sofia Wilhelmina Gauß, eine der sechs Töchter des Walddorfer Försters Jakob Franz Gauß.
Die aus einem Hildrizhausener Förstergeschlecht stammende Familie Gauß stellte seit 1711 die Walddorfer Förster. Im Jahr 1776 trat Ernst Friedrich Koch die Nachfolge seines Schwiegervaters an. Er hatte seit ca. 1774 mit diesem das Walddorfer Revier betreut.

Koch war einstmals der reichste Mann im Ort. Er hatte bereits 3.059 Gulden und 51 Kreuzer mit in die Ehe gebracht und zählte damals schon zur wohlhabenden Bevölkerungsschicht.
ForsthausWalddorf verdankt das schmucke Haus Brühlstrasse 2 (heute ein Notariat) eben diesem Ernst Friedrich Koch. Er erwarb 1780 von seiner verwittweten Schwiegermutter einen großen Gartenplatz direkt neben dem Gaußschen Haus. Auf diesem Grundstück ließ er noch im selben Jahr ein >>zweystockige Behausung<< sowie eine doppelte Scheuer errichten. Koch scheute beim Bau des Hauses keine Kosten. Das ist dem Haus auch heute noch anzusehen. Aufwändige Sandsteingewände an den Fenstern und der Tür im steinernen Erdgeschoß, Sichtfachwerk im Obergeschoß und ein Krüppelwalmdach künden vom Wohlstand der damaligen Bewohner.
Im Inneren des Hauses gab es 4 beheizbare Stuben, ausgestattet mit einem eisernen Ofen. Außen war das Anwesen von einer steinernen Mauer umgeben an deren Einfahrt zwei mit einer steinernen Kugel gekrönten Torpfosten.
1804 kamen eine Holzhütte, ein Hühnerhaus und ein Schweinestall hinzu, 1808 gehörte außerdem noch ein Wasch- und Backhaus zum Anwesen.

1806 wurde Koch Viezewildmeister und 1807 zum Wildmeister und war damit für das Jagdwesen im Schönbuch zuständig. Als mittlerweile reichster Mann im Ort führte er die Liste der 22 höchstbesteuerten Walddorfer an.

Als Koch 1824 starb hinterließ er ein Vermögen in Höhe von 106.830 Gulden und 65 Kreuzer. Das im Haus aufbewahrte Bargeld betrug alleine schon 7.294 Gulden, das Haus wurde mit 3.800 Gulden eingeschätzt.

Quelle: Reutlinger Generalanzeiger vom 29.06.2002

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