Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.
Richard von Weizsäcker

Bei dem Namen Schweiker handelt es sich um einen Familiennamen deutschen Ursprungs, der auch heute fast nur in Deutschland und, bedingt durch Auswanderung, in den USA zu finden ist. Außer in Deutschland und in den Vereinigten Staaten von Amerika ist der Name Schweiker heute noch in verschiedenen Europäischen Ländern, wie z.B. der Schweiz in Belgien und in Luxemburg anzutreffen. Dort hat er aber, so weit bisher festzustellen war, keine größere Verbreitung. Die Vorkommen resultieren aus den Wanderungsbewegungen des 20. Jahrhunderts. Außerdem gab es im 17. Jahrhundert Auswanderer in die südosteuropäischen Siedlungsgebiete, so daß es auch dort noch zu vereinzeltem Auftreten des Namens und seiner Abwandlungen kommen kann.

Der Name wurde von dem alten deutschen Rufnamen Swindger abgeleitet. Eine Verbreitungskarte Deutschlands für den Nachnamen Schweiker (Datenerhebung 2002) zeigt eine Konzentration des Namens im Raum Baden-Württemberg. Dies lässt darauf schließen, daß der Ursprung des Nachnamens dort liegt. Alle frühen Erwähnungen von Schweiker's in alles Varianten beschränken sich auf Württemberg. Das höchste Auftreten in Deutschland liegt in Baden-Württemberg in den Kreisen Ludwigsburg, Heilbronn Land und Reutlingen. Einzige Ausnahme ist Schweicker Georg öfter auch Schweiker, geb. um 1500 in Kirrweiler (Pfalz). Er war Weihbischof in Speyer und Titularbischof von Daulia. Seine Namensnennung ist die älteste von allen.

Es gibt ach bisherigen Erkenntnissen württembergische Stämme dieses Namens in Gemmrigheim, Häslach und Walddorf (Heute Walddorfhäslach), in Rübgarten, Schwäbisch Hall, Haigerloch, Metzingen, Sulz (die Linie Sulz muß hier noch näher erforscht werden) und in Würm, die bis ins 15. Jahrhundert und weiter zurück reichen. Dabei sind die Stämme in Gemrigheim und Häslach die ältesten, denn sie lassen sich auch schon im 14. Jahrhundert nachweisen.

In Gemmrigkeim gibt es 4 Stammlinien

  1. Schweiker Hans, geb. um 1515
  2. Schweiker Veit, geb. um 1522
  3. Schweiker Caspar Zacher, geb. um 1533
  4. Schweiker Bathasar, geb. um 1542

Es besteht die Möglichkeit, daß diese 4 Geschwister sind, was aber nicht zwangsläufig gegeben sin muß.

Ein frühes Auftreten des namens gibt es auch in Schwäbisch Hall, wo Schweicker Thomas am 21. Dezember 1541 als Sohn des Bäckers und Ratsherren Hans Schweicker und dessen Ehefrau Dorothee geboren wird. Vermutlich aufgrund einer sogenannten amniotischen Abschnürung fehlten ihm beide Arme. Er war später nicht nur in der Lage, selbstständig alltägliche Verrichtungen, wie An- und Auskleiden oder Essen und Trinken, auszuführen, sondern er lernte auch, mit den Zehen seines rechten Fußes einen Federkiel zu halten und zu schreiben. Seine Fähigkeiten als Kalligraph (Schönschreiber) entwickelte er so weit, dass er damit nicht nur seinen Lebensunterhalt verdienen konnte, sondern zu einer Berühmtheit wurde.

Im Haigerloch (Stuttgart) wird Schweigger Salomon am 30. März 1551 geboren. Er war ein evangelischer Prediger und Orientreisender. Er verfasste eine berühmte Reisebeschreibung und die erste deutschsprachige Koranübersetzung. Sein Vater Heinrich Schweigger war notarius (Gerichts- und Stadtschreiber) sowie praefectus pupillorum (Vorgesetzter der Waisenkinder) in Sulz

Die Linie in Häslach beginnt mit Schweiker Kaspar, geb um 1613, wohingegen die Walddorfer Linie mit Schweiker (auch Schweykhardt) Hans, geb. um 1590 beginnt.

Die Linie in Rübgarten beginnt mit Schwaiger Adam, geb. 06. Mai 1654 wobei sich hier die Herkunft noch ermitteln lassen müsste, da es bekannte Eltern geben dürfe.

Eine weitere Linie konnte in Metzingen festgestellt werden. Sie beginnt mit Schweikert (auch Schweycker) Bartholomäus, geb. um 1530.

Die Vorkommen in Würm begründen sich auf 3 nachweisbare Stammlinien, dort geschrieben Schweigger und Schweickert.

  1. Schweigger Martin, geb. um 1580
  2. Schweigger Michel, geb. um 1600
  3. Schweickert Mathis, geb. um 1600
  4. Schweiggert, Chrisoph, geb. um 1665

auch die ersten 3 könnten Geschwister sein, müssen es aber nicht. Am wahrscheinlichsten ist, daß Mathis Schweickert nicht mit den beiden anderen aus einer Familie stammt, da es sich um unterschiedliche Schreibweisen zur gleichen Zeit im selben Ort handelt. Woher die Familien eingewandert sind oder ob sie ihren Ursprung in Würm haben, muß noch erforscht werden.

Die verschiedenen Schreibweisen begründen nicht, daß die Linien nicht den selben Ursprung haben können, denn Schreibweisen ändern sich über die Jahrzehnte auf Grund dessen, daß es über viele Jahrhunderte keine regeln für die Namensschreibung gab und die Pfarrer die Kirchenbücher nach "hören" schrieben. Die Namenswechsel in einzelnen Zeiperioden (evtl. Pfarrerwechsel) kann man sehr schön an der Walddorfer Stammlinie, die bis in die heutige Zeit nachgewiesen ist, nachverfolgen.

April 2016, C. Eberle

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