Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.
Richard von Weizsäcker

Das Christentum
Mit mehr als zwei Milliarden Gläubigen ist das Christentum die am meisten verbreitete Religion auf der Erde. Allen christlichen Religionsgemeinschaften gleich ist der Glaube an den einen Gott als Dreieinigkeit mit Gottvater als Schöpfer, dem Gottessohn Jesus Christus und Gott als Heiliger Geist. Jesus Christus starb nach christlicher Lehre am Kreuz, um alle Schuld von der Menschheit zu nehmen. Er fuhr auf in den Himmel, thront nun zur Rechten seines Vaters und wird irgendwann mit seiner Wiederkehr das Ende der Welt einleiten.
Zur christlichen Religion zählen neben den großen Konfessionsträgern der römisch-katholischen, der evangelisch-protestantischen (lutherischen) und der griechisch-orthodoxen Kirche weitere religiöse Gemeinschaften, die den christlichen Glauben für sich auslegen. Zu ihnen zählen:

  • die Anglikanische Kirche,
  • calvinistisch-reformierte Kirchen,
  • Quäker,
  • die Mormonen,
  • die Freien Bibelforscher,
  • die Vereinigungskirche,
  • Charismatische Christen,
  • die Neuapostolische Kirche,
  • die Adventisten
  • die Zeugen Jehovas.
  • die Mennoniten,

Heiliges Buch des Christentums ist die Bibel.

Der Islam
Der Islam („Unterwerfung“ oder Hingabe an Gott“) ist mit ca. 1,3 Milliarden Anhängern, Muslime oder Moslems genannt, die zweitgrößte Religion der Welt. Als streng monotheistische Religion lehnt der Islam Polytheismus ebenso wie die christliche Vorstellung von Inkarnation und Trinität ab.
Der Islam teilt sich in mehrere Richtungen:

  • Die Sunniten (mit ihren unterteilten Rechtsschulen in Hanafiten, Malikiten, Hanbaliten, Schafiiten und den an die Hanbaliten angelehnten Wahhabiten).
  • Die zweitgrößte Glaubensrichtung des Islams, die Schiiten mit den Imamiten oder Zwölferschia (Ismailiten), die Zaiditen oder Fünferschia).
  • Dann folgen die Charidschiten und der Sufismus mit hauptsächlich esoterischen Aspekten.
  • Weitere Gruppen sind die Aleviten und die Ahmadiyya.
  • Aus dem schiitischen Islam haben sich die eigenständigen Religionen der Drusen, des Babismus und die Religion der Baha'i entwickelt.

Der Islam gründet sich auf den Koran, der für gläubige Muslime das unverfälschte Wort Gottes darstellt; daneben glauben Muslime an die Worte und Handlungen (Sunna) des Propheten Mohammed.

Das Judentum
Zum 15 Millionen Gläubige zählenden Judentum gehört nicht nur die Religion. Es integriert eine Gesamtheit aus Kultur, Geschichte und Tradition des sich als „Volk Israel“ bezeichnenden jüdischen Volkes. Das Judentum gilt aufgrund seiner frühen Verbreitung als erste Weltreligion, aus der sich laut Überlieferung Christentum und Islam entwickelten.
Ausgehend von der geistigen Entwicklung Europas ab Ende des 18. Jahrhunderts und vom amerikanischen Judentum entstanden verschiedene Hauptströmungen der jüdischen Religion, etwa:

  • das Orthodoxe Judentum (Modern Orthodox, Ultraorthodoxes Judentum und Neoorthodoxes Judentum),
  • der Chassidismus,
  • das Liberale Judentum,
  • das Konservative Judentum,
  • und der Rekonstruktionismus.
  • Heiliges Buch ist die Tora. Sie basiert auf mündlichen und schriftlichen Überlieferungen und beinhaltet die Lehren, auf die der jüdische Glauben aufbaut. Daneben ist auch der Talmud von großer Bedeutung.

Der Buddismus
Als Lehrtradition und Religion mit weltweit etwa 375 Millionen Anhängern geht der Buddhismus auf das Wirken von Siddhartha Gautama zurück, des historischen Buddhas, der im 5. Jahrhundert v. Chr. in Nordindien lebte.
Buddhisten glauben an das „beständige Wandern“, den fortlaufenden Kreislauf aus Leben, Tod und Wiedergeburt, Werden und Vergehen. Diesen Kreislauf zu verlassen, ist Ziel des buddhistischen Daseins und umfasst alle Ebenen der Existenz.

Der Brahmanismus
Als Brahmanismus wird der Vorläufer des Hinduismus bezeichnet, die Religion, die in Indien ca. 800 v.Chr. bis 500 v.Chr. dominierend war. Im Brahmanismus spielten die Brahmanen als Opfer- und Ritualexperten eine zentrale Rolle. Sie waren die Mittler zwischen den Menschen und den Göttern.

Der Hinduismus
Mit etwa 900 Millionen Anhängern ist der Hinduismus nach Christentum und Islam die drittgrößte Religion der Welt; er hat seinen Ursprung in Indien. Seine Angehörigen werden Hindus genannt. Die ältesten heiligen Schriften des Hinduismus sind die Veden.
Der Hinduismus stand ursprünglich als Sammelbezeichnung für die Anhänger verschiedener religiöser Bewegungen auf dem indischen Subkontinent, die weder Moslems, Christen, Juden, Buddhisten oder Jainas waren. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde er zu einer Religion mit eigener Identität geformt. In der indischen Verfassung wird Hinduismus zwischenzeitlich so verstanden und definiert, dass er auch den Jinismus, den Buddhismus und Sikhismus einschließt. Im Hinduismus gibt es kein allgemeingültiges Glaubensbekenntnis.

Der Bahai
Bahai nennen sich die Mitglieder einer weltweit verbreiteten Religion (auch Bahaismus oder Bahaitum genannt), die im 19. Jahrhundert von dem aus Persien stammenden Baha'u'llah („Herrlichkeit Gottes“) gestiftet wurde. Im Mittelpunkt der Lehre steht der Glaube an einen transzendenten Gott, die mystische Einheit der Religionen und eine handlungsorientierte Ethik, welche der Vision der Humanität, des sozialen Fortschrittes und des Zusammenwachsens der Menschen zu einer geeinten Menschheit verpflichtet ist.

Der Janismus
Der Jainismus, auch Jinismus (Anhänger des Jina) ist eine in Indien beheimatete Religion, die etwa im 6.Jh/ 5.Jh. v.Chr. entstanden ist. Ein historisch fassbarer Gründer ist Mahavira (ca. 599 - 527 v.Chr). Dem Jainismus gehören heute etwa 6 Millionen Gläubige an, davon etwa 3,5 Millionen in Indien.

Der Sikhismus
Die Sikh-Religion ist eine im 15. Jahrhundert entstandene Religion, die auf den Einsichten von Guru Nanak beruht. Die im Panjab (Nord-Indien) begründete Religion – im deutschen Sprachraum auch als Sikhismus bezeichnet – hat über 20 Millionen Anhänger und zählt zu den jüngsten monotheistischen Weltreligionen.

Der Zoroastrismus
Der Zoroastrismus bzw. Zarathustrismus (auch: Mazdaismus oder Parsismus) ist eine um 1800 v. Chr.-700 v. Chr. vermutlich in Baktrien entstandene, monotheistische bzw. (zumindest in ihren frühen Ausprägungen) dualistische Religion, mit etwa 120.000-150.000 Anhängern, die ursprünglich im iranischen Raum verbreitet war. Die Anhänger des Zoroastrismus werden Zoroastrier oder Zarathustrier genannt, die Anhängerschaft im heutigen Indien bezeichnet man auch als Parsen.

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