Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.
Richard von Weizsäcker

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Gedankenlos spricht man von "böhmischen Dörfern", um auszudrücken, man versteht nichts von einer Sache. Und doch war dieses Land Böhmen einst Sitz deutscher Kaiser und Mittelpunkt des "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation". In den Ländern der böhmischen Krone Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien lebten jahrhundertelang zwei Völker: Die Tschechen, als westlichstes slawisches Volk und die Deutschen als Teil der germanischen Völkerwelt. Die Sudetendeutschen sind kein einheitlicher Stamm. Sie bevölkerten hauptsächlich die Randgebiete zu Niederbayern, Franken, Obersachsen und Schlesien. Alle haben ihren eigenen Dialekt bewahrt. Darüber hinaus gab es die sogenannten Sprachinseln von Iglau (Jihlava), Brünn (Brno), Olmütz (Olomouc) und das Wischauer Land. Der Name "Sudetenland" kam erst etwa um 1918 auf und rührt von dem Gebirgszug "Sudeten" her, der im Nordosten des Landes an der Grenze zu Schlesien liegt.

Die Anfänge

Die Sudetenländer waren bereits in vorgeschichtlicher Zeit bewohnt . Dies beweisen zahlreiche archäologische Funde. Um 400 v.Chr. siedelten die keltischen Bojer im böhmischen Raum. Von ihnen kommt der Name "Böhmen". Um 60 v.Chr. erfolgte die Verdrängung, in Böhmen durch die Markomannen, in Mähren durch die Quaden. Es entstand das Markomannenreich unter Marbod. 6 v. Chr. fielen die Römer ein, es kam aber zu keiner Entscheidungsschlacht. Vielmehr bekämpften die Markomannen die Römer auf ihrer Wanderung nach Süden und Südosten.Es war die Zeit der Völkerwanderung. Wahrscheinlich blieben in der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts Bevölkerungsreste in den Randgebieten zurück, sowie auch solche der Langobarden, die damals Böhmen durchwanderten.

In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts drangen Slawen ein. Von den Awaren unterjocht, widerstand ihnen der fränkische Kaufmann Samo und auch im Kampf gegen die Franken. Nach ihm kam der Anschluß an das große Frankenreich Karls des Großen. Den Beginn der Christianisierung stellte die Taufe von 14 böhmischen Landesfürsten am 13.1.845 in Regensburg dar. 850- 900 bestand das Großmährische Reich. Von den mährischen Herrschern ins Land gerufen, missionierten die Mönche Cyrill und Method im 9. Jahrhundert.

Im Zeitraum von 850 - 1306 herrschte in Böhmen die Herzogs- und Königsfamilie der Premysliden; der bekannteste der Premysliden ist Herzog Wenzel, der die Christianisierung Böhmens und den Anschluß an den Westen vorantrieb. Er starb als Märtyrer durch die Hand seines Bruders. Heute ist Wenzel (Vaclav) böhmischer Nationalheiliger.

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