Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.
Richard von Weizsäcker

Frankreich hat eine lange Zuwanderungsgeschichte. Bereits im 18. und 19. Jahrhundert wurden Einwanderer aufgenommen, da es im Zuge des Industrialisierungsprozesses, bei gleichzeitig sinkenden Geburtenraten, zu einem Mangel an Arbeitskräften gekommen war. Damit stellte Frankreich in dieser Phase eine Ausnahme in Westeuropa dar. Die meisten anderen Industriestaaten, darunter auch Deutschland, hatten höhere Geburtenraten und waren primär Auswanderungsländer. Durch den Bevölkerungsrückgang infolge der Kriege von 1870/71 und 1914-1918 verschärfte sich der Engpass auf dem französischen Arbeitsmarkt weiter. Um diesen zu beseitigen, schloss Frankreich Anwerbeabkommen mit Italien (1904, 1906, 1919), Belgien (1906), Polen (1906) und der Tschechoslowakei (1920). Zu Beginn der 1930er Jahre war Frankreich – gemessen an absoluten Zahlen – nach den USA das zweitwichtigste Einwanderungsland der Welt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ist sowohl die absolute Zahl als auch der Anteil der Einwanderer an der Bevölkerung Frankreichs kontinuierlich angestiegen.


Quellen:

1. Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück (2010): "Focus Migration - Frankreich": URL: http://focus-migration.hwwi.de/index.php?id=1231&L=0 [Stand: 06.05.2012]

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