Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.
Richard von Weizsäcker

Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts breitete sich zwischen den schon damals bestehenden Gemeinden Schönau, Vielau und Reinsdorf ein Gebiet mit ragenden Bäumen, Niederwald und Wiesen aus. Zu dieser Zeit führte Albertine Charlotte von Bylandt-Palsterkamp, die verwitwete Mutter von Friedrich Magnus I. Graf zu Solms-Wildenfels die Amtsgeschäfte für ihren minderjährigen Sohn. Sie initiierte vermutlich die Ortsgründung und dessen Namensgebung. Zu jenem Zeitpunkt kamen mit seiner Genehmigung Menschen hierher, die den Wald rodeten. So entstanden Lichtungen, auf denen die Arbeiter ihre Häuser aus Lehm errichteten und sich Brunnen gruben. Daraus folgte, dass 1755 vom Besitzer der Herrschaft Wildenfels, Friedrich Magnus Graf zu Solms, auf dem ehemaligen Gebiet und dessen Umgebung des oberen Vielauer Vorwerks Friedrichsgrün als gräfliches Amtsdorf gegründet wurde. Keimzelle des Örtchens war der „Hammelhof“. Dieses noch heute bestehende Vorwerk ist jedoch wesentlich älter, er wurde 1464 erstmalig urkundlich erwähnt. Es entstand aus einer frühdeutschen Wallanlage, die während der Landnahme durch germanische Siedler erbaut wurde. Der Wassergraben sowie die zentrale Erhebung, auf der sich die befestigte Anlage befand, sind heute noch gut erkennbar.

Der Ort war ein Weberdorf, die Bewohner verfügten kaum über eigenes Land. Etwa von 1839 – 1865 waren in Friedrichsgrün nur Weber sesshaft, erst mit dem Erfinden der Maschine nahm die Weberei nach und nach ab. 1936 verstarb im Alter von 92 Jahren der Rentner Hermann Freitag. Er war der älteste Handweber des Ortes. Mit ihm ist wohl der letzte Veteran eines ehemals hier weit verbreiteten Industriezweiges der Handleinenweberei heimgegangen.
Industrie hat sich in Friedrichsgrün nicht angesiedelt, der Ort entwickelte sich vom Weberdorf zu einer reinen Arbeiterwohngemeinde. Durch den Steinkohlenbergbau im Zwickauer Raum war der größte Teil der Friedrichsgrüner Einwohner dann im Bergbau beschäftigt.

Lage


Der Ort entstand auf dem zur Herrschaft Wildenfels gehörenden Teil der Markung Vielau.

Wappen


Das Ortswappen zeigt den Solmsschen Löwen. Die Farbe Blau steht für die Grafschaft Solms-Wildenfels. Hammer und Schlegel weisen auf den früheren Bergbau. Wappenbeschreibung: „In Blau auf schwarzem Dreiberg, worin sich schräggekreuzt zwei Berghämmer befinden, ein goldener Löwe.“

Geschichte


Friedrichsgrün bestand 1755 aus 5 Häusern. Mit der Ortsgründung nahm die Bevölkerung zu. Anfänglich waren es 11 Häuser, 1770 bereits 25 und 1839 war die Zahl der Häuser auf 102 gestiegen mit insgesamt 702 Einwohnern. 100 Jahre später waren es 253 Häuser mit insgesamt 3.200 Einwohnern. Es waren kleine Häuser mit großen Stuben und vielen Fenstern; denn die Leute brauchten für ihre Arbeit viel Licht und Sonne. Sie waren Weber, und Friedrichsgrün wurde ein Weberdorf (Handleinenweberei).

Kirche


Die 5 Häuser früher kirchlich zu Vielau gehörig, trennte man, auf betreiben des Grafen, von Vielau und baute ein eigenes Kirchen-Gebäude. Unten befand sich die Schule und die Pfarrwohnung, oben ein Betsaal. Dieser wurde am 14.02.1794 eingeweiht. Der Betsaal war als Interimslösung gedacht. Es war geplant eine richtige Kirche zu bauen, aber das Geld fehlte Nach vielen Querelen wurde dann am 3. September 1866 die neue Kirche fertiggestellt. Die alte Kirche stand 100m nordwestlich von der neuen. Der Betsaal wurde zur Schule. 1884 wurde das alte Gebäude verkauft und es wurde die Zigarrenfabrik Walter daraus und heute ein Wohnhaus. Der Glockenstuhl und der Turm wurden nach und nach entfernt. 1893 wurde die neue Kirche durch Baurat Mothes verschönert. Der Altarplatz erhielt drei bunte Fenster, ein Geschenk von Fabrikant Dietel und Graf zu Solms-Wildenfels. Im Mittelfenster wird die Taufe Christi dargestellt, links die Apostel Matthäus und Markus, rechts Lukas und Johannes.

unsere Namen


Kirchenbücher


Literatur


 

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