Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.
Richard von Weizsäcker

Berufsname des Assen-, Essenmachers, d.h. des Achsen-,Stellenmachers bzw. Wagners
oder auch als mittelhochdeutscher Übername "ezzer" => "Esser" (Eßer, Essers)

Der Esser oder Asser hatte sich dabei besonders auf die Herstellung von Wagen- und Karrenachsen spezialisiert. Noch vor gut hundert Jahren waren die Achsen unserer Bauernkarren ausschließlich aus Holz, wahrscheinlich aus Eschen- oder Eichenholz, gefertigt. Bei ihrer verhältnismäßig kurzen Lebensdauer angesichts der starken Beanspruchung wird die Nachfrage nicht gering gewesen sein, so daß der “Esser” in ländlichen Gegenden sein bescheidenes Auskommen hatte.

Daß die vom Stamme “Esser” fast ausnahmslos in Rheinland beheimatet sind, hat seine guten Gründe. Nicht als ob sie, wie schon einmal scherzhaft angenommen wird, samt und sonders Abkömmlinge von “goo Fröng vo Läevesmeddele” wären! Schon eingangs wurde gesagt, daß “Esser” eine Berufsbezeichnung ist, die uns Beruf und Gewerbe seines Trägers verrät. Das sind ja auch die Namen “Schneider”, “Schuhmacher”, “Schmitz”, “Schlösser”, “Schreinemacher” und “Breuers”. Aber der Name “Esser” ist nicht auf den ersten Blick in seiner Bedeutung so durchsichtig wie die vorgenannten, und zwar vor allem deswegen nicht, weil die Hochsprache heute das Handwerk des “Ässers” nicht mehr kennt und diese ehedem wichtige Betätigung heute auch auf dem Lande völlig auszusterben droht. Nun, der rheinische Esser, Ässer, Asser, Axer, Axmacher und Assenmacher entspricht in etwa den auch bei uns heimischen “Rademacher” oder “Ramakers”, dem Wagner, Wegner und Wehner anderer deutscher Sprachlandschaften. Er war und ist das , was man heute gemeinhin einen “Stellmacher” nennt. Dieses Wort, spätmittelhochdeutsch “stellemacher”, stammt aus Schlesien (Kluge-Goetze). Er machte die “Stellen” oder “Gestelle” der Fuhrwerke, vergleiche “Gestell” und “Bettstelle”.

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