Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.
Richard von Weizsäcker


 

675200

Georg Kautz

*1394 Zabern, Frankreich - †1477 Strassburg , Frankreich

1350400

Joachim Kautz

*1373 Zabern, Frankreich
†1460 Zabern, Frankreich

1350401

Gerhaus Tommer

*um 1374
† ???

oo um 1394

2700800

Michael Kautz

*1350 Zabern, Frankreich
†1440 Zabern, Frankreich

2700800

Barbara Stab

*um 1350
† ???





oo um 1370  

5401600

Albert
Kautz


*1328
†1416

Zabern, FRA

5401601

Geit
Weisshaubt


*um 1330
† ???

 













oo um 1350      
   
               
                               

Die älteren Kautzen

Um das Jahr 1605 schrieb der Nürnberger Kanzlei-Registrator, Kaiserlicher Notar und Richter Melchior Kautz eine Chronik seiner Familie. Als Gerichtsbeamter einer freien Reichsstadt kam er weit umher und hatte viele Möglichkeiten zu Archivforschungen, auch über die weitläufigeren Verwandten und eine weit zurück liegende Zeit. Dieses Familienbuch ist in zwei Exemplaren bis in unsere Zeit gekommen. Das eine Stück, das diesem und den nächsten beiden Abschnitten als Quelle gedient hat ("Q4"), ist im Besitz des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. Das andere befindet sich in der Sammlung der Familie der Freiherren v. Ebner auf deren Schloß Eschenbach bei Hersbruck; bei diesem handelt es sich anscheinend um die Urschrift. Ein Vergleich beider Ausfertigungen ist bisher nicht erfolgt.

Die Chronik geht zurück bis zum Jahr 1377, in dem einem Albert Kautz im Elsaß ein Wappen verliehen wird. In der Geschichte des Elsaß aus dieser Zeit liest man: "Die ersten Einfälle von Frankreich aus in das Elsaß fanden 1365 und 1375 statt. Enguerrand de Coucy, Graf von Soisson, ... machte Erbansprüche auf das Oberelsaß [geltend] und rückte mit ... Söldnertruppen in das Elsaß ein." Dabei fällt die sprachliche Ähnlichkeit zwischen den Namen de Coucy und Kautz auf. Als zweites kommt dazu, dass das dem Albert Kautz verliehene Wappen in den Farben Blau und Gold neben einem Kauz zwei Lilien enthält, die nach Frankreich weisen. Untersucht man nun die Stammtafel de Coucy, so findet man bei den väterlichen Oheimen [Onkeln] des genannten Enguerrand zwei, die etwa gleichen Alters sind wie Albert Kautz und sein Bruder Conrad. Der eine de Coucy heißt zudem Aubert, was dem deutschen Namen Albert entspricht. Der Name des anderen geht aus der Stammreihe de Coucy nicht hervor, ebensowenig wie das weitere Schicksal beider. Dies läßt die Vermutung aufkommen, dass sie dem Blickfeld der Familie entschwunden sind. Berücksichtigt man dazu noch, dass Albert Kautz in der Chronik als "fürnemer Kriegsman" bezeichnet wird, "der nicht allein der Keyserlichen Mayestät, als auch andern Fürsten und Herrn wolgedienet hat", und als "miles", d.i. Ritter oder Soldat, so ist der Gedanke nicht abwegig, dass zwisschen dem Geschlecht de Coucy und der Familie Kautz ein verwandtschaftlicher Zusammenhang bestehen könnte. Man könnte sich vielleicht denken, dass Enguerrand de Coucy mit seinen Onkeln Albert und Conrad in den Streit um Familienbesitz gezogen ist, und dass Albert dann, da Enguerrand zurückgeschlagen wurde, im Elsaß blieb und in den Dienst Kaiser Karls IV. trat. Er würde dann den bürgerlichen Namen Kautz angenommen haben, vielleicht nach dem Wappentier und im sprachlichen Anklang an de Coucy.

Man könnte dagegen einwenden, dass sein Wappen ein ganz anderes ist, als das des Geschlechtes de Coucy. Das aber könnte den gleichen Grund haben wie der Namenswechsel auch. Und dass der Wappenbrief der eines bürgerlichen Wappens ist, kann damit begründet werden, [dass] wenn er schon in den bürgerlichen Stand trat und einen bürgerlichen Namen führte, er auch verständlicherweise ein bürgerliches Wappen führen musste.

Der Verfasser der Chronik war die Herkunft seines Ahnen Albert unbekannt. Er schreibt darüber nur, "natus in oris", woraus zu schließen ist, dass er nicht im Elsaß beheimatet, sondern von weiter her zugewandert war.

Allerdings wird der Zusammenhang keineswegs als nachgewiesen angesehen, sondern nur als möglich.

(aus: unvollständige Kopie einer Veröffentlichung, vermutlich herausgegeben vom Familienverband Kautz e.V.)

Diese Webseite verwendet Cookies (ihhhh!) für alles mögliche (Werbung, Facebook, Besucheranalyse). Wenn Sie weiter hier surfen.
mehr Wissen Na gut