Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.
Richard von Weizsäcker

Der Begriff der Renaissance bezeichnet als historische Epoche den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit, der zwischen 1400 und 1600 stattfand. In kultureller Hinsicht meint er eine Wiederbelebung antiker Ideale in Literatur, Philosophie, Wissenschaft und besonders in der Malerei und der Architektur. Ihren Ursprung nimmt die Renaissance in Italien, wo es bereits weit entwickelte Stadtkommunen und ein selbstbewusstes Handelsbürgertum gab.

RenaissanceDer Mensch der Renaissance wurde sich seiner Freiheit und seiner schöpferischen Möglichkeiten bewusst, ja entdeckte sich erstmals als Individuum. Nach dem als "dunkel" und sinnenfeindlich empfundenen Mittelalter setzte sich ein dem Diesseits und natürlicher Sinnlichkeit zugewandtes Lebensgefühl durch. Dem theozentrischen, auf Gott bezogenen Weltbild wurde ein anthropozentrisches, auf den Menschen bezogenes, entgegengestellt. In den Wissenschaften vollzog sich die Abtrennung der Philosophie von der Theologie. Mit der wiederentdeckten Diesseitsfreude verbindet sich ein Denken, das auf Vernunft und Erfahrung basiert, so wie es der Humanismus formuliert hatte.

Renaissance ist ein Aufbegehren zugunsten der Menschen. Auf dem Programm stand schlicht die allmähliche Entdeckung des Eigenwerts der Persönlichkeit. Der Mensch und mit ihm die Welt und die Natur – nämlich seine Welt – wurden der anderen Welt, dem Jenseits gegenübergestellt. Der Mensch erdreistete sich plötzlich zu behaupten, er besitze mit seiner Vernunft etwas Ewiges. Die menschliche Persönlichkeit wurde ins Zentrum der Betrachtung gerückt. Die Künstler begannen, ihre Werke zu signieren. Die Kunst orientierte sich nach der Natur die Gott erschaffen hatte. Ein Zeichen der göttlichen Ordnung sahen die Renaissancekünstler in den richtigen Proportionen.


Quellen:

1. Richter, SteffenDr.: "Renaissance":URL: http://www.uni-due.de/einladung/index.php?option=com_content&view=article&id=460%3A10-3-renaissance&catid=47%3Akapitel-10&Itemid=55 [Stand 27.03.2012}

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