Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.
Richard von Weizsäcker

Von der Jahrtausendwende bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts hatte sich die Bevölkerung Europas beinahe verdoppelt. In den größten europäischen Städten lebten bereits an die 100.000 Menschen (Paris, London, Köln, Prag). Es gab einen ungeheuerlichen Aufschwung für Handwerk und Handel. Viele Landbewohner zogen in bisher verlassene und unbewohnte Gegenden. Es entstanden kleinere Bauernhöfe. Es kam immer wieder zu Hungersnöten. Durch Nahrungsmittelknappheit stiegen die Preise und sorgten für soziale und wirtschaftliche Spannungen. Das Bevölkerungswachstum kam zum Stillstand, ehe eine grässliche Seuche Millionen von Menschen in wenigen Jahrzehnten hinwegraffte – die Pest.

Den Ausgang nahm die Katastrophe 1347 im Schwarzmeergebiet. Matrosen schleppten die Krankheit in Italien ein. Angst und Schrecken machte sich in der Bevölkerung breit und bald zeigten sich bei vielen Menschen die ersten Symptome der heimtückischen Seuche: ein schwerer Kopf, Schwindelgefühl und Erbrechen, Schüttelfrost, brennender Durst und ein starrer Blick. Die Menschen waren dieser Seuche hilflos ausgeliefert. Pestknechte sorgten gegen Bezahlung für eine schnelle Beerdigung. Besonders betroffen waren die Menschen der städtischen Unterschicht.

Viele glaubten, die Pest sei die Geißel Gottes, die das Ende der Welt ankündigte. Es gab Judenverfolgungen weil man auch ihnen die Schuld an der Pest gab. Die Beulenpest wird durch Ratten und Menschenflöhen, die Lungenpest Tröpfcheninfektion übertragen. Es gab einen Bevölkerungsschwund bis zum Ende des 14. Jahrhunderts auf 20 – 50 Prozent. Vierhundert Jahre kam die Seuche immer wieder zum Ausbruch.

Durch den enormen Rückgang der Bevölkerung gab es jetzt Boden, Produktions- und Konsumgüter im Übermaß, dafür fehlten die Arbeitskräfte. Das hatte verschiedene Folgen:

  • ganze Ortschaften starben aus. Felder wurden nicht mehr bebaut sondern als Weide benutzt oder der Verwilderung überlassen. Absturz der Getreidepreise,
  • Das Einkommen der Grundherrn sank. Aufhebung der Leibeigenschaft
  • Arbeitszwang wurde eingeführt.

Die wirtschaftliche Not wurde gelindert. Bauern konnten ihr Land vergrößern. Umstellung auf Viehzucht. Textilindustrie blühte auf.

Den Überlebenden der Pest verblieben Geld und Güter. Es stieg die Nachfrage nach Luxusgütern. Preise und Löhne stiegen kräftig. Die Wirtschaftssituation lockte besonders Zuwanderer vom Lande an. Das Handwerk erlebte einen großen Aufschwung. Ausweitung der Produktion. Zusatzeinkommen als Nebenerwerbslandwirt oder städt. Beamter. Export und Import von Massenwaren. Handelsstädte schlossen miteinander Verträge ab. Kaufleute und Zunfthandwerker setzten sich gegen die Patrizier durch. Sie wurden endlich in die Stadtregierungen aufgenommen.

Der Mensch entdeckt sich selbst und es kommt zu Wiederentdeckungen und neuen Entdeckungen. Erfindungen wie der Buchdruck fanden zu dieser Zeit statt. Es gründeten sich Handelskolonien von Holländern, Spaniern und Portugiesen.
Es kommt zum Frühkapitalismus vom Bürgertum: Fugger, Medici (Bankwesen) Handelshäuser.
Inflation durchs spanische Gold der Azteken.


Quellen:

1. Sapan, Andi: "Referate und Lernhilfen" für Schüler und Studenten. Das Spätmittelalter und die Zeitwende": URL: http://referateguru.heimat.eu/Europa.htm [Stand: 26.03.2012]

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