Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.
Richard von Weizsäcker

Der Erste Weltkrieg endet in Deutschland am 9. November 1918 mit einer Revolution. Diese geht von einer Matrosenmeuterei aus und endet in der Schaffung von Arbeiter- und Soldatenräten. Der Krieg war wegen des amerikanischen Kriegseintritts offensichtlich verloren. Der Kaiser muss zurücktreten, die Monarchie bricht zusammen. Deutschland wird Republik. Den Beinamen Weimarer Republik erhielt das Deutsche Reich nach der Stadt Weimar, dem Tagungsort der verfassungsgebenden Nationalversammlung.

Nach den revolutionären Unruhen, die das Deutsche Reich in den ersten Monaten nach Beendigung des Ersten Weltkriegs und der Ausrufung der Republik erschütterten, wurde am 28. Juni 1919 der Friedensvertrag von Versailles unterzeichnet, dessen Revision die deutsche Außenpolitik fortan bestimmte.

Am 11. August 1919 trat die neue Reichsverfassung in Kraft. Sie verankerte die erste parlamentarische Demokratie im Deutschen Reich. Träger der politischen Macht waren die Parteien.
Begleitet vom schleichenden Niedergang des Liberalismus war die innenpolitische Entwicklung der Weimarer Republik durch eine Radikalisierung von rechts und links gekennzeichnet. Auch die mit der Abdankung Wilhelms II. zusammengebrochene Monarchie verfügte über eine noch zahlenmäßig starke Anhängerschaft. Die weit verbreitete Geringschätzung des Parlamentarismus ließ die Weimarer Republik als "Demokratie ohne Demokraten" erscheinen.

Die Geschichte der Weimarer Republik lässt sich nach der Gründungsphase in drei Abschnitte gliedern:
In den Krisenjahren von 1919 - 1923 hatte die Republik mit den unmittelbaren Kriegsfolgen, einer Hyperinflation und zahlreichen Umsturzversuchen zu kämpfen. In den Goldenen Zwanzigern von 1924 - 1929 erreichte sie eine gewisse Stabilität, wirtschaftliche Erholung und die außenpolitische Anerkennung. Die Weltwirtschaftskrise und der Aufstieg der Nationalsozialisten zwischen 1929 und 1933 mündeten in Agonie und Untergang der Republik.

Die Weltwirtschaftskrise wirkte sich am stärksten in den USA und im Deutschen Reich aus. Hier verschlechterte sich die soziale Situation infolge der Massenarbeitslosigkeit dramatisch. Im Jahr 1933 zählte man insgesamt 6 Millionen Arbeitslose in der Weimarer Republik.
Das Vertrauen in die Demokratie und die Republik sank immer mehr. Die Menschen machten die Staatsform Republik für die schlechte Wirtschaftslage verantwortlich. Die Rufe nach einem "Starken Mann", der das Deutsche Reich wieder zu alter Größe und altem Ansehen bringen sollte, wurden immer lauter.
Auf diese Forderungen gingen besonders die Nationalsozialisten ein, die gezielt mittels Propaganda und der Personifikation Hitlers das Bild des "Starken Mannes" suggerierten.
Aber nicht nur der rechte Flügel Deutschlands erstarkte, sondern auch der linke. Die republikfreundlichen Sozialdemokraten verloren im Gegensatz zu den Liberalen kaum Stimmen, die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) konnte sogar Stimmen gewinnen und wurde zu einer bedeutenden Macht im Parlament und auf der Straße.

Die Konservativen und auch Reichspräsident Hindenburg unterschätzten den Machtwillen Hitlers und seiner NSDAP, als sie das Kabinett Hitler, bestehend aus den Konservativen unter Führung von Franz von Papen und den Nationalsozialisten ermöglichten, obwohl Hitler eine Regierungsbeteiligung unter anderen Umständen denn als Chef einer starken Regierung immer wieder strikt abgelehnt hatte. Von Papen wollte den Einfluss der Konservativen im Deutschen Reich stärken, die glaubten, sie könnten Hitler durch "Einrahmung" zähmen. Die KPD sah in der SPD, deren Mitglieder sie als "Sozialfaschisten" diffamierte, ihren Hauptfeind und verkannte die Gefahr, die von Adolf Hitlers NSDAP ausging.

Den Nationalsozialisten kamen die Ereignisse von 1933 sehr gelegen. Hitler wurde zu einer Zeit Reichskanzler, als seine Partei aufgrund von inneren Spannungen in einer ernsten Krise war. Was die Nationalsozialisten als "Machtergreifung" bezeichneten, um damit Stärke zu suggerieren, war in Wirklichkeit eine Art Machtübergabe. Ihr Kampf um die Regierungsgewalt, wie sie immer behaupteten, fand in der Form zu diesem Zeitpunkt nicht statt. Vielmehr ermöglichte ihnen eine Reihe von Umständen, die Macht zu übernehmen und die Weimarer Republik danach Schritt für Schritt zu Grabe zu tragen.


Quellen:

1. Wikipedia: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Weimarer Republik aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung (de)). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. [Stand 27.03.2012]

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