Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.
Richard von Weizsäcker

Das so genannte "Dritte Reich" dauerte nur zwölf Jahre, 1933 - 1945, doch kaum eine andere Epoche hatte so weit reichende Folgen für Deutschland, Europa und die ganze Welt. Der von Deutschland verursachte Zweite Weltkrieg kostete Millionen von Menschen das Leben, Millionen mussten ihr Heimat verlassen und flüchteten, Millionen Juden wurden verfolgt und ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg bildete sich eine neue politische Ordnung in Europa. Die Folgen von Flucht, Verfolgung und Vertreibung beschäftigen bis heute das kollektive Gedächtnis.

Mit dem Begriff Drittes Reich wurde von Nationalisten ursprünglich die Vision eines neuen, mächtigen Deutschlands umschrieben, das die Nachfolge der beiden zuvor existierenden deutschen Reiche antreten sollte. Hiermit waren zum einen das im 10. Jahrhundert entstandene und 1806 untergegangene Heilige Römische Reich (Deutscher Nation) gemeint und zum anderen das 1871 gegründete Deutsche Kaiserreich, welches 1918 in der Novemberrevolution unterging und von der von den Nationalisten geschmähten Weimarer Republik abgelöst wurde. Die Zeit des Nationalsozialismus, (auch Drittes Reich genannt) umfasst die Geschichte des Deutschen Reiches in der Zeit vom 30. Januar 1933 bis zum 8. Mai 1945, also die Regierungszeit der faschistischen Diktatur der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) unter Adolf Hitler. Der Begriff meint aber nicht nur dessen Politik, sondern auch seine Ideologie, deren Geschichte und Wirkungen über die Regierungsdauer der Nationalsozialisten hinausgehen.

Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Dies markierte das Ende der Weimarer Republik und den Beginn der Diktatur des Nationalsozialismus und wurde von den Nationalsozialisten als Machtergreifung gefeiert.
Es gelang Adolf Hitler und seinen Parteigenossen in der Folgezeit, die Verfassung von Weimar außer Kraft zu setzen, alle Parteien außer der eigenen zu verbieten oder zur Selbstauflösung zu bewegen und die Gewerkschaften, die Presse, die Länderregierungen - das gesamte öffentliche Leben also - "gleichzuschalten", d.h. nationalsozialistischen Vorstellungen zu unterwerfen. Widerstand gab es kaum. Zwar haben sich z.B. die Kirchen gewisse Freiräume bewahren können, aber gegen die totalitären Ansprüche des Regimes an die Gesellschaft allgemein haben auch sie nicht gekämpft.
Die politische Linke, zerstritten und schwach, war bemüht, ein Überleben im Untergrund zu sichern, und konnte sich nicht ernsthaft widersetzen. In der Zeit des Nationalsozialismus selbst beschränkte sich der Widerstand, der immer mit Lebensgefahr verbunden war, auf eine verschwindend kleine Minderheit der deutschen Bevölkerung. Wichtige exekutive Instanzen der Verfolgung vor allem des innerdeutschen Widerstands waren die Gestapo und der Volksgerichtshof.

Eine der dringendsten Aufgaben Hitlers nach der Machtübernahme war die Überwindung der Wirtschaftskrise, die ihm zur Erringung der Macht verholfen hatte, ihn bei einem Misserfolg aber auch gefährdet hätte.

Durch einen Krieg wollte Hitler ehemals deutsche Gebiete zurück erobern. Deshalb ließ er 1939 Polen angreifen. Der Einfall der Wehrmacht in Polen am 1. September 1939 löste den Zweiten Weltkrieg aus. Am 3. September erklärten zunächst Großbritannien und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg.
Im so genannten "Blitzkrieg" überrannte die Wehrmacht förmlich die Staaten Dänemark, Norwegen und die Beneluxstaaten; Frankreich wurde 1940 besiegt. Die geplante Invasion Großbritanniens misslang, da die deutsche Luftwaffe in der Luftschlacht um England trotz massiver Bombardierung englischer Städte nicht die Lufthoheit über England erringen konnte. 1940/41 besetzte die Wehrmacht mit dem faschistischen Italien, Jugoslawien und Griechenland. Ungarn, Rumänien und Bulgarien wurden als Verbündete des Großdeutschen Reiches gewonnen. Mit Italien kämpfte die Wehrmacht - auf Bitten Mussolinis - seit Januar 1941 auch in Nordafrika. Am 22. Juni marschierte die Wehrmacht in den sowjetisch besetzten Teil Polens ein und überfiel unmittelbar danach die Sowjetunion selbst. In dem als Vernichtungsfeldzug geplanten "Unternehmen Barbarossa" drang die Wehrmacht bis Moskau, Leningrad und Stalingrad vor.
Im Winter 1941/42 geriet die Offensive der Wehrmacht in Russland ins Stocken. In der Schlacht um Stalingrad musste sie durch Fehlentscheidungen Hitlers ihre erste (Kriegsentscheidende) Niederlage hinnehmen.
1943 begann der Bombenkrieg der Alliierten auf deutsche Städte, bei dem etwa 300.000 Zivilisten ums Leben kamen.
In Europa endete der Zweite Weltkrieg mit der Besetzung Deutschlands durch die Alliierten 1945, woraufhin Hitler Selbstmord beging.

Hitler überlebte mehrere Anschläge, so zum Beispiel das bis heute bekannteste Attentat vom 20. Juli 1944, der von Mitgliedern der Wehrmacht und der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis, in dem sich ehemalige bürgerliche Politiker und Militärs verschiedener politischer Ausrichtung gesammelt hatten, organisiert wurde.

Hunderttausende Menschen aus den besetzten Gebieten, insbesondere aus Polen und der Sowjetunion, wurden ins Reichsgebiet als Zwangsarbeiter entführt. Viele von ihnen überlebten den Zweiten Weltkrieg nicht. Daneben wurden zehntausende polnische Kinder, die die "rassischen Merkmale" erfüllten, ihren Familien weggenommen und nach Deutschland deportiert, von denen die wenigsten nach dem Krieg zu ihren Eltern zurückkehren konnten. Andere, die die rassischen Merkmale nicht erfüllten, wurden massenhaft in Konzentrationslagern ermordet.


Quellen:

1. Wikipedia: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Drittes Reich aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung (de)). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. [Stand 27.03.2012]

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